Wer in der Schweiz imkert, arbeitet meist mit einem Lebewesen, das auf den ersten Blick vertraut wirkt und doch erstaunliche Geschichten in sich trägt. Die Dunkle Honigbiene, Apis mellifera mellifera, ist keine neue Modeerscheinung und kein nostalgisches Relikt.

Die Dunkle Biene ist die ursprünglich einheimische Honigbiene unseres Landes. Ihr natürlicher Lebensraum erstreckte sich nördlich der Alpen von den Pyrenäen bis zum Ural, lange bevor der Mensch in Europa sesshaft wurde. Über Jahrtausende hat sie sich an Klima, Topografie und Trachtverhältnisse angepasst.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Zuchtrassen und dem weltweiten Handel von Bienenvölkern und Königinnen kam es in jüngster Zeit zu einem starken Verlust dieser natürlich entstandenen Populationen. Viele ursprüngliche Bestände wurden verdrängt, vermischt oder sind ganz verschwunden. Heute ist die einheimische Populationen in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten selten geworden und rückt deshalb sie wieder stärker ins Bewusstsein.
In den letzten Jahren ist rund um die einheimische Biene viel in Bewegung geraten. Ein zentrales Stichwort lautet genetisches Monitoring. Für viele Imker:innen klingt das abstrakt: Gene, Marker, Auswertungen. Was hat das mit dem eigenen Bienen zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.
Von der Alltagsimkerei zur Erhaltungszucht
Wer Bienen hält, selektioniert immer, auch ohne es so zu nennen. Jedes Volk, das überwintert wird, jede Königin, die nachgezogen oder ersetzt wird, beeinflusst die nächste Generation. In grossen, gut durchmischten Populationen fällt das kaum ins Gewicht. Bei kleinen Beständen dagegen sehr wohl. Genau hier liegt eine der grossen Herausforderungen für die Erhaltung der einheimischen Dunklen Biene in der Schweiz.
Die Population ist klein und sie steht unter starkem Hybridisierungsdruck. Die Anpaarung von Königinnen auf Belegstellen,