Pollenersatz für meine Bienen?

05/26 | Wissenschaft und Praxis
Sarah Grossenbacher, Redaktion Schweizerische Bienen-Zeitung, (sarah.grossenbacher@bienenschweiz.ch)


Auf dem Markt werden zahlreiche Eiweissfutterteige angeboten. Die Versprechen klingen verlockend. Doch braucht es diese Nahrungsergänzungsmittel wirklich?

Fotos: Sarah Grossenbacher

Wer imkert, weiss, wie wichtig Pollen für Bienen sind. Vor allem in den Übergangsphasen im Bienenjahr ist eine vielfältige und zureichende Pollenversorgung zentral: im Frühling für die Aufzucht der ersten Bienengeneration, im Spätsommer und Herbst für das Heranwachsen der Winterbienen. Mit der Pollennahrung entwickeln sich die Futtersaft- und Wachsdrüsen. Zudem dient sie dem Aufbau des Fettkörpers.

Während Nektar den Bienen Kohlenhydrate liefert, versorgen Pollen die Bienen mit Eiweiss, aber auch mit Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen. Wie bei unserer Ernährung gilt auch hier: Vielfalt ist wichtig. Denn nicht jede Pollenart liefert gleich viel von den wichtigen Stoffen. So hat zum Beispiel Maispollen einen Eiweissgehalt von nur 15%, Brombeerpollen hingegen von rund 22%.

Wie viel Pollen ein Bienenvolk benötigt, zeigt die Literatur mit eindrücklichen Zahlen: Eine Arbeiterinnenlarve frisst bis zu ihrer Verpuppung ungefähr 125 bis 140 mg Pollen, als junge, erwachsene Biene nimmt sie ungefähr 40 mg zu sich.1 Pro Jahr sammelt ein Bienenvolk je nach Grösse, Bruttätigkeit und Pollenqualität somit rund 6 bis 37 Kilogramm Pollen. Bei einer mittleren Sammelleistung von etwa 24 Kilogramm entspricht dies rund 3,2 Millionen eingetragenen Pollenhöschen und etwa 133 Millionen Blütenbesuchen!2 Spannend dabei: Bienen sammeln – anders als beim Nektar – Pollen nicht im Überfluss, sondern legen in der Regel einen Vorrat von rund einem Kilogramm an, was ungefähr 1,7 Brutwabenseiten im Schweizer- bzw. 1,4  im Dadantmass entspricht.

Ein dicker Pollengürtel oberhalb des Brutnests: Für die Aufzucht einer Biene wird etwa der Inhalt einer Zelle benötigt.

Brauchen meine Bienen zusätzliches Eiweiss?

Am Anfang der Saison, in Trachtlücken oder auch bei der Aufzucht der Winterbienen kann schnell die Befürchtung aufkommen,

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