Nisthöhle oder Bienenbeute:
Wo sich Honigbienen wohler fühlen

10/2022 | Wissenschaft und Praxis
WOLFGANG RITTER UND UTE SCHNEIDER RITTER (www.bienengesundheit.info) AUS FREIBURG IM BREISGAU, DEUTSCHLAND

Der Biologe Dr. Wolfgang Ritter und die Ingenieurin für Umweltschutz, Ute Schneider-Ritter, setzen mit ihren Artikeln und Büchern seit Jahren Massstäbe in der natürlichen Bienenhaltung. In der August- Ausgabe der Schweizerischen Bienen-Zeitung ist der erste Beitrag einer zunächst dreiteiligen Artikelreihe publiziert worden mit dem Titel «Wie viel Behandlung sollte sein?». Im zweiten Beitrag geht es nun um die Behausungen der Bienen.

Die Nisthöhle wird vom Schwarm sehr sorgfältig und aufgrund einer Mehrheitsentscheidung ausgewählt. Bei der Wahl der Bienenbeute beziehnugsweise des Bienenstocks stehen bei den Imkerinnen und Imkern die eigenen Wünsche und Auffassungen im Vordergrund. Wie weit beide Vorstellungen auseinanderliegen und wo Kompromisse möglich sind, stellen wichtige Elemente in einer tiergerechten Bienenhaltung mit gesunden Bienen dar. Inwieweit Sie diese Denkansätze und Hinweise umsetzen wollen oder können, hängt von der Ausrichtung Ihrer Bienenhaltung ab.

Von der Waldbiene zur Hausbiene

Unsere Honigbienen sind seit Millionen von Jahren Waldbienen. Dort leben sie in meist von Vögeln angelegten Nisthöhlen hoch in alten Bäumen. Für die Honigjäger war es schwierig, hoch oben in den Wipfeln die Honigwaben zu entnehmen. Um alles einfacher zu machen, entstand im Mittelalter die Waldbienenzucht oder Zeidlerei. In verschiedenen Regionen Europas begann man in etwa vier Meter Höhe grosse, tiefe Höhlen in die Bäume zu schlagen, die man hinten für die Entnahme der Honigwaben öffnen Im Baum bauen die Bienen Waben nach Bedarf und unterschiedlicher Ausrichtung zum Flugloch. Schweizerische Bienen-Zeitung 10/2022 17 FORUM konnte. Doch der Weg in den Wald und auf den Baum war immer noch beschwerlich und manch ein Honigdieb war unterwegs. Einfacher war es, zwei Meter lange Stämme auszuhöhlen und als Klotzbeuten direkt ans Haus beziehungsweise in den Garten zu stellen oder zu legen. Eingefangene Schwärme hielt man in Stülpern aus Stroh oder in kleinen Holzbeuten. In diesen Beutensystemen konnten die Waben nicht bewegt werden, was die Entnahme von Honig, aber auch

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