Sommerbrutpause im Test

12/25 | Wissenschaft und Praxis
Lioba Hilsmann, Universität Würzburg, (lioba.hilsmann@uni-wuerzburg.de)


Das Projekt VITALBIENE der Universität Würzburg untersucht, wie Honigbienen mit der Varroamilbe leben können, ohne Schaden zu nehmen. Dabei zeigen die Ergebnisse: Eine innovative Betriebsweise kann Milben- und Virusbelastung verringern, ohne die Überwinterung zu gefährden.
Lioba Hilsmann, Universität Würzburg, (lioba.hilsmann@uni-wuerzburg.de)

Fotos: Lioba Hilsmann

Varroamilben gelten weltweit als grösste Bedrohung für Honigbienen. Sie schwächen die Tiere, übertragen Viren und führen zu Völkerverlusten. Die Bekämpfung der Milbe gehört daher zu den zentralen Aufgaben der modernen Imkerei. Üblicherweise werden dazu chemische Mittel wie Ameisensäure oder Oxalsäure eingesetzt. Diese Methoden sind wirksam, greifen jedoch stark in das Bienenvolk ein und verhindern, dass sich die Bienen langfristig an die Milbe anpassen können. Im Projekt VITALBIENE untersuchten Forschende der Julius-Maximilians Universität Würzburg gemeinsam mit dem Bieneninstitut Kirchhain, ob eine alternative Betriebsweise helfen kann, eine stabilere Beziehung zwischen Honigbienen und Varroamilben zu fördern.

Die Studie verglich die Gesundheit von Bienenvölkern, die entweder nach einer konventionellen oder nach einer innovativen Methode geführt wurden. Dabei interessierten insbesondere der natürliche Milbenfall, die Viruslast des Deformed Wing Virus B (DWV-B), eine Gen-Variante des Flügeldeformationsvirus, sowie die Immunabwehr der Bienen. Die Versuche fanden an der Universität Würzburg statt.

Bei der innovativen Betriebsweise setzten die Forschenden auf eine Sommerbrutpause durch Käfigen der Königin.
Bei der innovativen Betriebsweise setzten die Forschenden auf eine Sommerbrutpause durch Käfigen der Königin.

Die Methoden im Vergleich

In der konventionellen Betriebsweise wird der Varroabefall durch mehrere Eingriffe im Jahresverlauf kontrolliert. Dazu gehört die regelmässige Entfernung der Drohnenbrut im Frühjahr und Sommer, da Varroamilben diese bevorzugt befallen. Nach der Honigernte folgt eine Behandlung mit Ameisensäure, im Winter wird Oxalsäure angewendet. Auf diese Weise bleibt der Milbendruck während der gesamten Saison möglichst niedrig.

Die innovative Methode verfolgt einen anderen Ansatz. Sie verzichtet auf den Drohnenbrutschnitt und damit auf einen frühen Eingriff in die Populationsdynamik der Völker. Dadurch können sich im Verlauf des

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