Vom Honigglas bis zur Fahne am Gartenzaun: Mit einfachen Mitteln kann jede und jeder die Bienen-Initiative bekannter machen und Unterschriften sammeln.
Seit dem 20. Mai 2026 läuft die Unterschriftensammlung für die Bienen-Initiative. Diese soll rasch griffige Massnahmen zum Schutz der Bienen und anderer Bestäuberinsekten bringen. Jetzt, wo es am Bienenstand etwas ruhiger wird, bleibt Zeit, sich für die Initiative einzusetzen und weitere Unterschriften zu sammeln. Je schneller wir die 100 000 zusammenhaben, umso grösser der Druck auf die Politik.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Unterschriften zu sammeln und auf die Bienen-Initiative aufmerksam zu machen:
Im Familien- und Freundeskreis
Zugegeben, es braucht etwas Überwindung, fremde Personen anzusprechen und sie um ihre Unterschrift zu bitten. Bei Freunden und Familie fällt das meist leichter. Wir sind etwas mehr als 16 000 Imkerinnen und Imker in der Schweiz. Wenn jede und jeder von uns nur eine Handvoll Unterschriften im persönlichen Umfeld sammelt, kommen wir unserem Ziel einen grossen Schritt näher.

Beim Honigverkauf
Die meisten Imkerinnen und Imker verkaufen ihren Honig direkt – an der Haustür, auf dem Weihnachtsmarkt oder am Arbeitsplatz. Dabei kommen wir oft mit unserer Kundschaft ins Gespräch und können von unseren Bienen und ihren wilden Verwandten erzählen. Warum also nicht die Gelegenheit nutzen, um auf die Bienen-Initiative aufmerksam zu machen und gleich Unterschriften zu sammeln?

Wo viele Menschen sind
Wo sich viele Menschen aufhalten, können wir in kurzer Zeit zahlreiche Unterschriften sammeln. Ob auf dem Wochen- oder Weihnachtsmarkt, am Quartierfest, im Sportclub oder in der Stammbeiz: Bienen bieten einen guten Gesprächseinstieg. Viele Menschen interessieren sich für die kleinen Bestäuber und sind offen dafür, mehr über sie zu erfahren. Nutzen wir dieses Interesse, um auf die Bienen-Initiative aufmerksam zu machen und möglichst viele Unterschriften zu sammeln.
Sammelaktionen
Gemeinsam Unterschriften zu sammeln, macht mehr Spass und motiviert. Unter bienen-initiative.ch/sammelaktionen findet ihr angekündigte Sammelaktionen, bei denen ihr euch mit anderen engagieren, Erfahrungen austauschen und gemeinsam möglichst viele Menschen für die Bienen-Initiative gewinnen könnt. Ihr könnt dort auch eure eigene Sammelaktion eintragen und Helferinnen und Helfer finden.
Zudem findet am 27., 28. und 29. November ein nationales Sammelwochenende statt. Am vergangenen Sammelwochenende im September kamen so rund 10 000 Unterschriften zusammen. Schaffen wir dieses Mal das Doppelte!
Fahnen aufhängen
Machen wir gemeinsam die Bienen-Initiative sichtbar! Unter bienen-initiative.ch/material-bestellen könnt ihr eine Fahne bestellen und damit zeigen, dass ihr die Initiative unterstüzt. Ob am Balkon, am Gartenzaun oder am Bienenhaus – jeder Standort hilft, die Initiative bekannter zu machen.

Bestellen, sammeln und weitererzählen
Die Unterschriftenbögen könnt ihr unter bienen.ch/bieneninitiative herunterladen oder kostenlos bestellen. Einen vorfrankierten Bogen findet Ihr zudem in dieser Ausgabe.
Erzählt euren Freundinnen und Freunden von der Bienen-Initiative, sprecht Familie und Kolleg:innen am Arbeitsplatz darauf an und teilt die Beiträge auf Social Media. Folgt dazu dem Kanal auf Instagram oder Facebook (@bieneninitiative) und helft mit, die Initiative bekannter zu machen.
Wie gelingt das Sammeln?
Othmar Frey, Mitglied im Zentralvorstand von BienenSchweiz, hat bereits mehrere hundert Unterschriften für die Bienen-Initiative gesammelt. Im Kurzinterview erzählt er, welche Erfahrungen er dabei gemacht hat und was anderen beim Sammeln helfen kann.

Othmar, du hast bereits mehrere hundert Unterschriften gesammelt. Wie hast du das geschafft?
Eigentlich gibt es kein Geheimrezept. Ich habe die Initiative einfach überall angesprochen, wo ich ohnehin mit Menschen in Kontakt komme: im privaten Umfeld, beim Honigverkauf, bei Vereinsanlässen oder am Arbeitsplatz. Nicht alle Unterschriften habe ich selber gesammelt – ich gebe einer Person schnell eine Unterschriftenkarte und diese ergänzt dann zwei weitere Unterschriften. So multipliziere ich ein Gespräch auf zwei bis drei Unterschriften!
Die Bienen sind starke Botschafterinnen. Kaum jemand steht den Bienen gleichgültig gegenüber. Wichtig ist, die Menschen persönlich anzusprechen und kurz zu erklären, warum die Initiative wichtig ist. Viele unterschreiben gerne, sobald sie verstehen, dass es um den langfristigen Schutz all unserer Bestäuber und damit auch um unsere Ernährungssicherheit geht. Meine Erfahrung zeigt: Wer fragt, bekommt die Unterstützung. Deshalb kann jede Imkerin und jeder Imker erfolgreich Unterschriften sammeln.
Wie schwierig war es, die Leute zum Unterschreiben zu bewegen?
Ehrlich gesagt war es viel einfacher, als ich zuerst erwartet hatte. Die meisten Menschen haben eine positive Einstellung zu Bienen und Bestäubern und erkennen deren Bedeutung für Natur und Landwirtschaft.
Natürlich gibt es einzelne Personen, die nicht unterschreiben möchten. Das gehört dazu und ist völlig in Ordnung. Viel wichtiger ist: Die grosse Mehrheit hört interessiert zu. Wenn man in wenigen Sätzen erklärt, warum eine starke Biodiversität auch angesichts neuer Herausforderungen wie invasiver Arten oder des Klimawandels wichtig ist, stösst man immer auf Verständnis und Unterstützung.
Was würdest du Imker:innen empfehlen, die selbst mit dem Sammeln anfangen möchten?
Einfach starten und nicht darauf warten, bis andere aktiv werden. Jede Unterschrift zählt. Viele Imkerinnen und Imker erkennen nicht, wie viele Möglichkeiten sie im Alltag haben.
Wer Honig verkauft, hat bereits den perfekten Gesprächseinstieg. Wer am Markt einen Stand betreibt, an Vereinsanlässen teilnimmt oder im Freundes- und Familienkreis unterwegs ist, trifft laufend auf Menschen, die den Bienen wohlgesinnt sind. Genau dort kann man unkompliziert, einfach und schnell Unterschriften sammeln.
Mein Appell an die Imkerschaft: Wir profitieren von einer starken Stimme für die Bestäuber. Wenn wir uns heute engagieren, schaffen wir bessere Voraussetzungen, um zukünftigen Herausforderungen oder neuen Schädlingen mit Unterstützung zu begegnen. Anstatt nur über Probleme zu sprechen, können wir gemeinsam Teil der Lösung sein. Und selten war es so einfach, einen konkreten Beitrag zu leisten.
Habt ihr auch schon Erfahrungen mit dem Sammeln von Unterschriften gemacht? Dann meldet euch bei uns (redaktion@bienenschweiz.ch).
