Der Karstweissling bewohnt eigentlich warm-trockene Gebirgsregionen. Die Urbanisierung ebnet ihm den Weg nach Norden, aber seine Ausbreitung geht mit dem Verlust genetischer Vielfalt einher.
Daniel Berner, Evolutionsökologe an der Universität Basel, dessen Spezialgebiet die der Artenvielfalt zugrunde liegenden Mechanismen sind, wollte nebenbei einmal alle Wirbellosen in seinem Garten in der Nähe von Basel bestimmen. «Ich dachte mir, ich muss auch mal die Weisslinge anschauen, obwohl das bestimmt einfach die beiden häufigen Arten sind», erzählt er. «Und dann war ich sehr erstaunt, dass der Karstweissling dabei war. Ich kannte diese Art nur als mediterrane Art, mit nördlichen Vorposten im Tessin und Wallis.» Ein Blick auf die Verbreitungskarte zeigte ihm dann aber, dass der Karstweissling (Pieris mannii) längst in der ganzen Schweiz häufig vorkommt. Irgendetwas musste passiert sein, dass sich dieser sonst so sesshafte Falter so ausgebreitet hatte. Was, das wollte Daniel Berner herausfinden.

Vom Grossen Kohlweissling (Pieris brassicae) unterscheidet sich der Karstweissling einfach anhand der Grösse. Mit dem Kleinen Kohlweissling (Pieris rapae) ist er hingegen leicht zu verwechseln. Selbst Schmetterlingsforscher müssen dreimal hinschauen, um diese beiden Arten zu unterscheiden. «Wenn er so an einer Wand entlang fliegt, ist es oft der Karstweissling. Aber man muss ihn schon einfangen, um ihn sicher zu bestimmen», sagt Berner. Die schwarzen Flächen an den Spitzen der Vorderflügel ziehen sich weiter den Flügelrand herunter. Und während die schwarzen Flecken darunter, die sogenannten Diskalflecken, beim Kleinen Kohlweissling eher rundlich oval sind, sind sie beim Karstweissling sehr eckig und aussen etwas eingebuchtet.

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