Ein Ja für die Bienen-Initiative

05/26 | BienenSchweiz
Sarah Grossenbacher, Redaktion Schweizerische Bienen-Zeitung (sarah.grossenbacher@bienenschweiz.ch)


An ihrer 148. Delegiertenversammlung in Kloten setzten die Delegierten ein klares Zeichen für die Bienen-Initiative und die Offenheit, mit verschiedenen Akteuren als Stimme für die Bienen in den Dialog zu treten.

Fotos: Michaela Rohrer

Wer in Kloten aus dem Zug steigt, entdeckt nach nur wenigen Schritten im Stadtzen­trum vielfältige Wildbienenparadiese: Totholz, Sandhaufen und abgestorbene Pflanzenstängel bieten urbane Nistplätze – Natterkopf, Königskerze und vieles mehrladen zum Imbiss ein. Ein städtebaulicherEntscheid, der den örtlichen Bienen guttat: Über 60 Wildbienenarten konnte die Kompass B GmbH, die dieses Projekt umgesetzt hat, hier feststellen – eine Vervierfachung der ursprünglichen Zahl.

Claudia Eyer präsentiert den Delegierten die Bienen-Initiative.
Claudia Eyer präsentiert den Delegierten die Bienen-Initiative.

Bienen-Initiative: Risiko oder Chance?

Weniger als zehn Gehminuten davon entfernt fand am Samstag, 11. April 2026, die 148. Delegiertenversammlung von BienenSchweiz statt. Auch hier wurden wichtige Entscheide für die Bienen getroffen: Die Bienen-­Initiative, von Vizepräsidentin Claudia Eyer als Herzens­projekt bezeichnet, nahm mit der Abstim­mung vor den Delegierten ihre erste Hürde. Gleich am Anfang der Diskussion meldeten sich kritische Stimmen zu Wort: Werden wir Imkerinnen und Imker von den involvierten Umweltverbänden ausgenutzt, um ihre Anliegen durchzusetzen? Führt eine mögliche Annahme allenfalls zur Einschränkung der Imkerei?

Martin Schwegler, Zentralpräsident von BienenSchweiz, betonte jedoch, dass die Initiative auch ohne Beteiligung der Imkerinnen und Imker lanciert worden wäre: «Sind wir aber von Anfang an dabei, können wir den Inhalt vorgeben und haben die Argumentarien im Griff.» Diese Chance können wir nutzen. Er sei sich jedoch bewusst, dass BienenSchweiz ein Risiko eingehe: «Wir sind auf einer Bergwanderung unterwegs. Wir kennen das Ziel, haben die Wegkarten studiert und den Rucksack gepackt. Die Wettervorhersagen sind gut. Aber es kann immer etwas Unerwartetes passieren. Deshalb gilt es, vorsichtig zu sein, die Kräfte müssen gut eingeteilt werden.»

Dass die Delegierten dem Zentralvorstand diese Bergwanderung zutrauen, zeigte schliesslich die Abstimmung: Mit grossem Mehr wurde die Lancierung der Bienen-­Initiative offiziell beschlossen. Applaus, ein sichtlich gerührter Präsident und gelbe Luftballone läuteten den Start in das grosse Vorhaben ein.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit

Seit der Namensänderung von VDRB zu BienenSchweiz ist der Verband in der Öffentlichkeit sichtbarer geworden, wie Claudia Eyer erklärt. «Wir sind immer noch im Auftrag der Imkerinnen und Imker unterwegs, werden aber durch die zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit als Kompetenzzentrum für die Bienen angesehen.» Vor allem auch im Bereich Asiatische Hornisse wird die Öffentlichkeitsarbeit hochgefahren, wie Geschäftsführer Mathias Götti Limacher aufzeigte.

Ehrungen und Neubesetzung

Cilia Fuchs hat die Entwicklung des Verbands während 20 Jahren miterlebt und wurde an der Versammlung für ihre langjährige Arbeit auf der Geschäftsstelle geehrt. Geehrt wurden auch drei zurücktretende Mitglieder des Zentralvorstands: Eva Sprecher, die seit 2010 dem Gremium angehörte, war eine der ersten Frauen im Zentralvorstand und unter anderem für die Ausstellungen am Ballenberg und Burgrain verantwortlich. Als «Bindeglied zur Basis» und «Mister Bildung» bezeichnete Claudia Eyer Alfred Höhener, der seit 2007 im Zentralvorstand war und den Aufbau der imker­lichen Bildung mitprägte. Silvio Streiff wurde 2018 in den Zentralvorstand gewählt. Im anspruchsvollen Ressort Zucht brachte er mit seiner verbindenden Art Ruhe hinein und blickte als Leiter im Projekt «Neue Wege im Umgang mit der Varroamilbe» über den Tellerrand hinaus. Für den Zentralvorstand konnten mit Bigna Zellweger, Peter Luginbühl und Ursi Ineichen drei motivierte Mitglieder gefunden werden.

Cilia Fuchs hier zusammen mit dem abtretenden ZV-Mitglied Silvio Streiff, wurde für ihre 20-jährige Tätigkeit bei BienenSchweiz geehrt.
Cilia Fuchs hier zusammen mit dem abtretenden ZV-Mitglied Silvio Streiff, wurde für ihre 20-jährige Tätigkeit bei BienenSchweiz geehrt.
Der Geschäftsführer von BienenSchweiz zusammen mit den abtretenden, neuen und bisherigen Zentralvorstandsmitgliedern. v. l. n. r.: Mathias Götti Limacher (Geschäftsführer), Eva Sprecher, (abtretend), Martin Schwegler (Zentralpräsident), Bigna Zellweger (neu), Peter Luginbühl (neu), Claudia Eyer (Vize-Präsidentin), Christoph Villiger (bisher), Ursi Ineichen (neu), Othmar Frey (bisher), Silvio Streiff (abtretend), Alfred Höhener (abtretend).
Der Geschäftsführer von BienenSchweiz zusammen mit den abtretenden, neuen und bisherigen Zentralvorstandsmitgliedern. v. l. n. r.: Mathias Götti Limacher (Geschäftsführer), Eva Sprecher, (abtretend), Martin Schwegler (Zentralpräsident), Bigna Zellweger (neu), Peter Luginbühl (neu), Claudia Eyer (Vize-Präsidentin), Christoph Villiger (bisher), Ursi Ineichen (neu), Othmar Frey (bisher), Silvio Streiff (abtretend), Alfred Höhener (abtretend).

Honigbienen als Sündenbock?

Seit einiger Zeit beschäftigt die Imkerschaft eine mögliche Nahrungskonkurrenz zwischen Wild- und Honigbienen, wodurch sich auch die Position der Imkerschaft in der Öffentlichkeit gewandelt hat. «Während wir früher viel Wohlwollen und Faszination für unser Hobby erfuhren, werden wir heute in der Presse stark angegriffen», erklärt Mark Rudin, Imker aus Winterthur an der anschliessenden Podiumsdiskussion. Für ihn sei die Schuldzuweisung jedoch eine starke Vereinfachung eines komplexen, ökolo­gischen Zusammenhanges. Habitatverluste, Pestizide, der Rückgang der Pflanzenvielfalt, Klimawandel, die Landnutzung und invasive Arten stellen ein viel grösseres Problem für die Wildbienen dar. Auch gemäss Sebastian Hausmann Z’Graggen von der Bienenfachstelle Zürich sind Imker nicht Schuld am Rückgang der Wildbienenpopulationen. «Die Nahrungskonkurrenz ist eine von vielen Gefährdungen», erklärt er. «Die Landschaft hat sich jedoch so stark verändert, dass es zu wenig Futter für alle gibt.» Da sei die logische Schlussfolgerung, die Anzahl Honigbienenvölker zu reduzieren, um so die Wildbienen zu unterstützen. «Es muss den Imkerinnen und Imkern bewusst sein, dass sie einen Einfluss auf die Natur haben», hält er fest.

Aktuell läuft in Zürich ein Pilotprojekt von der Bienenfachstelle, begleitet durch BienenSchweiz, zur Förderung und Koexistenz der Wild- und Honigbienen. Gemeinsam mit Imkerinnen und Imkern soll nun eine angepasste Honigbienendichte ermittelt und neue Lösungen gefunden werden. Wichtig sind vor allem auch zuverlässige Zahlen, die die Anzahl Honigbienen pro Standort festhalten. Das wird je nach Kanton unterschiedlich gehandhabt.

Statt gegenseitiger Schuldzuweisungen stand im Dialog vor allem die Suche nach praktikablen Lösungen und das gegenseitige Verständnis im Vordergrund. So werden Imkerinnen und Imker sicherlich bald nicht mehr nur reagieren, sondern auch agieren – aktiv als Teil der Lösung statt Teil des Problems. Die vom Bienenzüchterverein Unteres Tösstal und dem Imkerverein Bezirk Uster perfekt organisierte Delegiertenversammlung zeigte mit ihren Entscheiden und dem regen Austausch zwischen kritischen und lobenden Stimmen, dass man auf einem guten Weg dazu ist.

Protokoll der 148. Delegiertenversammlung 2026 in Kloten

1. Begrüssung

Präsident Martin Schwegler eröffnet die 148. Delegiertenversammlung und begrüsst die Anwesenden. Er dankt dem Bienenzüchterverein Unteres Tösstal mit Präsident Urs Isler und dem Imkerverein Uster mit Präsident Reto Haltinner für die Organisation der Versammlung und den herzlichen Empfang am Vortag, welcher den Besuch des Hardwaldturms und ein Abendessen beinhaltete.

Martin Schwegler zeigt dem Gemeindepräsident von Kloten René Huber, was ihn in der Flughafenstadt besonders gefällt.
Martin Schwegler zeigt dem Gemeindepräsident von Kloten René Huber, was ihn in der Flughafenstadt besonders gefällt.

Anschliessend heisst Martin Schwegler zahlreiche Gäste willkommen, darunter den Stadtpräsidenten von Kloten René Huber, Elena Di Labio vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Samantha Bourgoin als Vertreterin der FTA, Isabelle Bandi von der Fachstelle Bienen Kanton Bern, Anja Ebener, Geschäftsl­eiterin der apiservice GmbH, Josef Konzett, Bezirksobmann der Region Bludenz (Vorarlberg), in Begleitung seiner Gattin, Hanspeter Gerber von der Imkerbildung Schweiz GmbH sowie Sepp Brunner vom Lehrbienenstand in Alberswil. Zudem begrüsst er die Ehrenpräsidenten Hanspeter Fischer, Richard Wyss und Mathias Götti Limacher sowie die Ehrenmitglieder Berchtold Lehnherr, Kurt Meier, Max Meinherz, Bruno Reihl, Ruedi Ritter, Robert Sieber und Hans Stettler.

Im Anschluss wird den verstorbenen Mitgliedern gedacht, wofür sich die Versammlung erhebt; namentlich erwähnt werden Fabian Aschwanden von den Urner Bienenfreunden, Fritz Bigler vom BZW Konol­fingen, der ehemalige Vize­präsident von mellifera.ch Dr. Hans W. Jäckle sowie René Stucki von den Thurgauischen Bienenfreunden.

Daraufhin übergibt Martin Schwegler das Wort an den Klotener Stadtpräsidenten René Huber. Er erzählt vom Bevölkerungswandel in Kloten, nennt Zahlen und Fakten über die Stadt und erläutert die Steuervorteile durch den Flughafen Zürich. Er stellt städtische Projekte wie die Verlängerung der Glattalbahn vor und merkt humorvoll an, dass man Kloten vor allem wegen zwei Dingen kenne: dem Flughafen, der Geld einbringe, und dem Eishockey-Club Kloten (EHC), der der Stadt Geld koste. Weiter macht er auf den «Puck-Kreisel» aufmerksam, der mitten in Kloten steht und die schweizweit grösste Medienpräsenz erhält, sowie auf den Hardwaldturm. Zum Abschluss wünscht René Huber allen eine erfolgreiche Versammlung und einen angenehmen Aufenthalt. Martin Schwegler dankt ihm und lobt den angelegten Wildbienengarten als Vorzeigebeispiel für den öffentlichen Raum.

Anschliessend informiert Reto Haltinner kurz über das Rahmenprogramm für jene, die nicht an der DV teilnehmen wollen.

2. Wahl des Versammlungsbüros

Die Protokollführung übernimmt Anna Meer, Mitarbeiterin von BienenSchweiz. Die vorher angefragten Personen, die bei Bedarf die Stimmen zählen, werden von der DV bestätigt. Es sind insgesamt 152 stimmberechtigte Delegierte anwesend. Das absolute Mehr liegt bei 77 Stimmen.

3. Genehmigung des Protokolls der 147. DV 2025

Das Protokoll der 147. Delegier­tenversammlung vom 5. April 2025 in Lohn-Lüterkofen wird ohne Einwände verabschiedet, einstimmig genehmigt und Joëlle Quadri wird für die Protokollführung verdankt.

4. Jahresbericht Zentralvorstand und Geschäftsleitung 2025

Martin Schwegler übergibt das Wort für den Jahresbericht an Vizepräsidentin Claudia Eyer, die anmerkt, wie schnell die Zeit vergangen sei und sie schon wieder auf der Bühne stehe. Sie berichtet, dass die Geschäftsführung operativ und strategisch geteilt sei und die Mitarbeitenden in gutem Austausch stehen, wenngleich die strikte Trennung noch nicht ganz so erfolgreich gelinge. Sie hinterfragt denn auch rhetorisch, warum man bspw. Aufgaben wie die IT-Evaluation und das Lektorat der BienenZeitung vom ZV trennen solle, wenn in den Personen von Othmar Frey oder EvaSprecher dafür bestens qualifizierte Leute im ZV sitzen. Deshalb trenne man die Aufgaben nur dort, wo es sinnvoll sei. Positiv erwähnt Claudia Eyer die Arbeit von Martin Schwegler, der an der Schnittstelle zwischen operativer und strategischer Tätigkeit agiert.

Claudia Eyer betont die sehr gute Zusammenarbeit und das hohe Enga­gement der Mitarbeitenden für den Verband. Der Jahresbericht gleicht einer Zeitreise vom VDRB zu BienenSchweiz und zeigt den Wandel vom Imkerverband zum umfassenden Bienenverband. Trotz anfänglich kritischer Stimmen, die den Verlust der Basis befürchteten, wurden seit 2018 Projekte wieZeitung, Shop, Anlaufstelle, Grund- und Kaderkurse erfolgreich wei­terentwickelt. Die Zeitung ist nun digital verfügbar, und Online-Grundkurse erlauben es den Imker:innen, von zuhause aus zustarten. Weitere Meilensteine sind Social Media, das Blühflächenprojekt, diverse Medienberichte sowie der Auftritt von Markus Michel im Kassensturz. BienenSchweiz hat sich zum Kompetenzzentrum für Bienen, inklusive Wildbienen, entwickelt. Man agiert immer noch im Auftrag der Imkerinnen und Imker, leistet aber Zusätzliches, was in der Öffentlichkeit deutlich wahrgenommen wird. Die bisherige Politarbeit wird heute hoffentlich fortgesetzt, in dem die Delegierten zu einer eigenen Initiative ja sagen.

Bei der anschliessenden Abstim­mung wird der Jahresbericht der Geschäftsleitung einstimmig und mit Applaus angenommen.

5. Jahresabschluss 2025

Martin Schwegler übergibt das Wort an Claudia Eyer für die Vorstellung des Jahresabschlusses 2025.

a) Jahresrechnung 2025

Bilanz

Claudia Eyer stellt fest, dass es bei der Bilanz des Umlaufvermögens keine grossen Veränderungen gibt. Das Vermögen stieg leicht von CHF 2 850 000 auf CHF 2 889 000. Gewisse Bilanzpositionen kann man unterbewerten, so das Warenlager und die gehaltenen Aktiven. Würde sie diese Positionen als effektive Werte in die Bilanz miteinfliessen lassen, dann wäre diese Zahl CHF 500 000 höher. Diese Zahl soll gut im Hinterkopf behalten werden, sie werde später noch relevant. Fremdkapital und Schulden steigen ebenfalls von CHF 998 000 auf CHF 1 121 000 leicht an, was wegen der vorhandenen Liquidität jedoch kein Problem darstelle. Die passive Rechnungsabgrenzung sind die Abgren­zungen beim Kaderabrechnungssystem, wo der Aufwand bereits im Jahr 2025 entstanden ist, die Auszahlungen jedoch erst im Jahr 2026 erfolgen. Umgekehrt erfolgt es bei den Einnahmen der Schweizerischen BienenZeitung, die Rechnungen der Abos von 2026 werden im November und Dezember 2025 verschickt, wobei die Einnahmen erst in der Erfolgsrechnung von 2026 enthalten sind. Die Rückstellungen müssen auf Weisung der Kantonalen Steuerverwaltung aufgelöst werden. Mit der Auflösung können wir das aktuelle operative Defizit verrechnen und so eine ausgeglichene Rechnung präsentieren.

Das Eigenkapital bleibt mit rund CHF 790 000 unverändert, beim Fonds gibt es eine Abnahme von CHF 500, da ein Imker einen Schaden von CHF 500 hatte. Der Umsatz liegt bei CHF 2 518 000 und soll sich in den nächsten Jahren hoffentlich nach oben einpendeln. Der Shop laufe gut, dort sei man abhängig vom Honigertrag der Bienen, weil man entsprechend viele Deckel und Zubehör verkaufen könne. Die Abonnements der BienenZeitung gehen jedoch zurück, weil Imker alters­halber aufhören, die Imkerei aufgeben oder versterben. Da Grundkursteilnehmer die BienenZeitung in den ersten zwei Jahren gratis erhalten, führt ein Rückgang bei den Kursen direkt zu einer Abnahme bei der Zeitung, wobei jedes Abo zählt, um Kosten wie Lektorat und Redaktion zu decken. Für die Bildung kommt der Hauptteil des Geldes immer noch aus Bern, um die Grundausbildung und die Weiterbildungen zu finanzieren. Weiter gibt es ein BAFU-Projekt, das aus der Motion Hegglin zustande kam, zur Sicherung der Insektenbestäubung. Das ist ein klarer Projektauftrag, bei dem wir Rechenschaft ablie­fern müssen und der unsere Kassen nicht füllt. Diverse Erträge mit CHF 161 000 sind Verrechnungen an Partnerorganisationen. Diese sind ein wenig rückläufig, weil Partnerorganisationen teilweise Aufgaben selbst erledigen können.

Im Bereich Fundraising und Partnerschaften ist der Betrag von CHF 241 000 auf CHF 239 000 gesunken. Positiv formuliert haben wir nicht weniger eingenommen als im Vorjahr, obwohl man 2024 die Offensive Immobienen gestartet hat. Negativ ausgedrückt wurde jedoch mehr budgetiert und das Ziel nicht erreicht. Das Fundraising erweist sich aufwendiger als erwartet; der Ausbau ist anspruchsvoll.

Gesamterfolgsrechnung

Die budgetierten Personalaufwände sind zurückgegangen, weil Franz- Xavier Dillier pensioniert wurde. Der übrige betriebliche Aufwand ist von CHF 441 000 auf CHF 528 000 gestiegen, darin enthalten sind die IT-Kosten, die wegen des Vorprojekts zur IT-Ablösung, die noch von Othmar Frey vorgestellt wird, entstanden sind. Der Finanzerfolg beträgt CHF 7000 durch Dividendenerträge und Zinserträge. Die Rechnung ist ausgeglichen, aber betriebswirtschaftlich weist der Verband ein Defizit auf. Claudia Eyer legt die Budgetabweichungen dar.

Spartenrechnungen

Claudia Eyer präsentiert, wie der Verband in den einzelnen Sparten aufgestellt ist. Der Aufwand kann bis und mit Bruttogewinn II zugeordnet werden, was bedeutet, dass Personalkosten aufgrund von Zeiterfassung und der Anstellung der Mitarbeitenden auf die einzelnen Kostenstellen aufgeteilt werden. Die Sparte Handel/Verwaltung ist nur deshalb defizitär, weil ihre allgemeinen Verwaltungskosten (eine halbe Million Franken) nicht auf andere Bereiche umgelegt werden; die SBZ bringt die Einnahmen, mit denen das Bildungsdefizit aufgefangen wird.

Museen, Kurse Bienenschutz und Blühflächenfundraising weisen ein Minus von CHF 46 000 auf. Das Projekt Blühflächen trägt sich selbst, das Minus von rund CHF 40 000 entsteht aufgrund von Kosten im Bereich Fundraising. Wir hoffen, dass 2027 der Breakeven erreicht wird, während das BAFU-Projekt ein Nullsummenspiel ist.

b) Bericht der Kontrollstelle

Die Revisionsstelle bestätigt die ordnungsgemässe Buchführung.

c) Genehmigung

Zu den Ausführungen von Claudia Eyer bezüglich der Finanzen gibt es aus der Versammlung keine Fragen. Martin Schwegler ergänzt, dass das Ziel sei, das strukturelle Defizit zu füllen. Dies sei aber eine Herausforderung, da es Personalressourcen braucht, um über Fundraising, Firmenpartnerschaften, den Shopbereich Geld zu generieren, und man hier knapp aufgestellt sei. Er hält aber fest, dass BienenSchweiz eine «gesunde Firma» sei.

Die Rechnung wird von den Delegierten einstimmig genehmigt.

6. Lancierung Bienen-Initiative

Einleitend erklärt Claudia Eyer, dass ihr die Initiative ein wichtiges persönliches Anliegen sei, auch bedingt durch ihren familiären Hintergrund. Ein Onkel von ihr war prägend bei der Alpeninitiative tätig.

Sie erklärt, dass das Projekt lange und intensiv im Hintergrund vorbereitet werden musste und man deshalb die offizielle Unterstützung erst jetzt an der DV einholen könne. Besonders stolz ist Claudia Eyer, dass zwar über 150 Personen schon länger von der Initiative wussten, aber nichts nach draussen an die Medien drang. Sie hielt auch fest, dass das Kerngeschäft durch diese Vorarbeiten nicht belastet wurde.

Sie erklärt nochmals, wie es zur Bienen-Initiative kam und weshalb sie nötig ist. Sie erinnert an verschie­dene im Bundesparlament überwiesene Motionen, welche aber zu wenig Wirkung gezeigt haben. Die Initiative setze an das Parlament und die Verwaltung ein klares Signal zu handeln. Beispielhaft erwähnt sie die faktische Verweigerung des Bundes, die Asiatische Hornisse zu bekämpfen.

Die Lancierung der Initiative erfol­ge durch einen im Dezember 2025 gegründeten Träger­verein, bestehend aus apisuisse, Bienen­Schweiz, FTA, SAR, Naturfreunde und Future 3. Dieser Trägerverein wird von Martin Schwegler präsidiert, er wird administrativ unterstützt von Anna Meer.

Martin Schwegler informiert, dass der Unterschriftenbogen noch nicht existiert, weil zuerst die offizielle Publikation am 19. Mai 2026 erfolgen muss. Der Initiativtext wurde in den vergangenen Wochen von der Bundeskanzlei geprüft und in der finalen Form per E-Mail an alle zur DV Angemeldeten kurzfristig noch versandt. Er erklärt den Text Absatz für Absatz: Absatz 1 fordert ein klares Bekenntnis, dass es Bestäubung braucht und diese gesichert werden muss. Absatz 2 verlangt Vorschriften für einen «günstigen Zustand», was ein bekannter EU-Fachbegriff sei, und beinhalte finanzielle Forderungen, die der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wirkung der Bestäubung angemessen sind. Absatz 3 fordert bezüglich der Methoden klare Anreize statt Verbote.

Man wolle nichts Aussergewöhnliches erreichen, sondern nur das, was das Parlament durch Motionen ohnehin schon beschlossen habe. Man wolle alle in die Verantwortung nehmen und nicht einfach jemandem die Schuld zuweisen. Martin Schwegler weist darauf hin, dass der öffentliche Raum viel Platz zur Aufwertung biete und dass man bei sich selbst anfangen müsse. Man strebe einen konstruktiven Dialog zwischen Umweltverbänden und dem Bauernverband an.

Schliesslich erklärt Martin Schwegler die Unterschriftensammlung: 150 Sektionen in der Deutschschweiz sollen wenige verantwortliche Personen bezeichnen und dann je 1000 Unterschriften sammeln. Er geht davon aus, dass es einfach sein sollte, im privaten Umfeld und in Vereinen Unterschriften zu erhalten, weil man ja eigentlich nicht gegen den Initiativtext sein könne.

In der Diskussion zur Bienen-­Initiative formulieren einige Delegierte deutliche Bedenken, andere tun sich als starke Befürworter hervor. Auf der kritischen Seite wird die Sorge geäussert, dass die Honigbiene als Sündenbock für den Rückgang von Wildbienen herhalten müsse und drohende Schutzvorschriften die Imkerei stark einschränken könnten. Zudem besteht das Misstrauen, von Umweltverbänden für deren eigene Ziele inst­rumentalisiert zu werden. Dabei werden vage Formulierungen im Initiativtext als verstecktes Risiko für neue Regulierungen zulasten der Imker betrachtet. Auch die generelle Angst vor einer Spaltung des eigenen Verbandes durch dieses Thema schwingt mit. Dem­gegen­über bündeln sich die positiven Haltungen rund um die Notwendigkeit der aktiven Mit­gestaltung. Es wird argumentiert, dass man durch die Beteiligung die Stossrichtung der Initiative mitprägen und so ein proaktives Gegengewicht zu drohenden regionalen Einschränkungen für Honigbienen schaffen könne. Die Befürworter heben hervor, dass die Vorlage auf Anreize statt auf Verbote setze und ganzheitlich alle Bestäuber fördere. Des Weiteren wird die Initiative als wichtiges Instrument gesehen, um politischen Druck aufzubauen, was auch bei der Bewältigung invasiver Arten helfen könne. Die Initiative biete eine wertvolle Chance, das politische Engagement der Imkerschaft sinnvoll zu stärken.

Nach der Abstimmung werden Ballone in den Saal getragen, denn die Bienen-Initiative wird mit einigen wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen von der klaren Mehrheit angenommen. Martin Schwegler bedankt sich für die Unter­stützung seiner langen geleisteten Vorarbeit.

Die Bienen-Initiative wurde mit grossem Mehr angenommen. Foto: Michaela Rohrer
Die Bienen-Initiative wurde mit grossem Mehr angenommen. Foto: Michaela Rohrer

7. Informationen zum Kampf gegen die Asiatische Hornisse

Geschäftsführer Mathias Götti Limacher informiert die Delegierten über die Bemühungen des Verbandes im Kampf gegen die Asiatische Hornisse. Er betont dabei, dass die Asiatische Hornisse kein rein imkerliches, sondern ein Problem für die ganze Bevölkerung ist. Er hebt lobend das Engagement einzelner Personen wie Maria Corpataux und Joost Oerlemans hervor. Innerhalb von BienenSchweiz arbeitet eine Taskforce, die sich monatlich austauscht. In einem Webinar wurden Beraterinnen und Berater von Fabian Trüb mit Präsentationen und Material fit gemacht, damit Imker:innen weiterhin gut imkern können. Mathias Götti Limacher betont, dass das Betriebskonzept nach den Vorgaben des BGD nur um ein paar Massnahmen ergänzt werden müsse, um erfolgreich mit der Asiatischen Hornisse zu imkern. In jeder Sektion werden Ansprechpersonen gesucht, die sich für den Umgang mit der Asia­tischen Hornisse einsetzen und sich regelmässig dazu austauschen. Ein nächstes Webinar zum Thema Nestsuche ist für den 14. April geplant.

8. Budget

Bevor Claudia Eyer das Budget vorstellt, erhält Othmar Frey das Wort.Er begleitet die Einführung der neuen Kern-IT-Systeme. Viele im Einsatz stehende Programme und Hardwarekomponenten haben das Lebensende («end of life») erreicht und sind den heutigen Herausforderungen sowie Sicherheitsanforderungen nicht mehr gewachsen. Aktuell ist die IT-Landschaft sehr fragmentiert, mit mehrfacher Datenhaltung von Mitglieder- und Personendaten, was sehr viel manuelle Arbeit durch das Synchronisieren, Abgleichen und Erfassen in Excellisten erfordert. Dies bindet Ressourcen, die ein System übernehmen könnte. Zudem gibt es verschie­dene Login-Daten, die mit dem neuen System strukturiert werden sollen. Im Jahr 2025 wurden dazu gemeinsam mit der Geschäfts­stelle Analysen und IST-Aufnahmen gemacht sowie Vor­prüfungen potenzieller Lösungen durchgeführt. Das geforderte Geld fliesst in eine neue, stabile Plattform und eine saubere Datenhaltung.

Die Mitgliederverwaltung soll über ein einziges Login zentralisiert werden. Je nach Rolle werden im Hintergrund Funktionen dazugestellt, sodass Mitglieder, Sektionen und Kantonalverbände ihre Daten (bei BienenSchweiz) selbst verwalten können. Auch Aus- und Weiterbildungen sowie Anlässe werden vereinfacht, indem Kurs­anmeldungen und Erfolgskontrollen online möglich sind. Ebenso sollen die Auftragsbearbeitung, Abo-­Services, Shop, Finanzen und Lohnabrechnungen, die aktuell bei Claudia Eyer liegen, erleichtert werden. Ein Wechsel der Finanzbuchhaltung ist ohnehin zwingend, unter anderem wegen falsch zugestellter Unterlagen und anstehender Ersatzinvestitionen. Die Projektinvestition beläuft sich auf CHF 500 000 über die nächsten fünf Jahre. Die neue Version wird mit den Produkten HITOBITO und ABA­CUS umgesetzt, womit bereits viele Schweizer Verbände wie der Schweizerische Alpenclub (SAC) oder grosse politische Parteien erfolgreich arbeiten. Martin Schwegler dankt Othmar Frey für die Vorstellung des neuen IT-Konzepts und gibt das Wort an Claudia Eyer für die Vorstellung des Budgets 2026.

Foto: Michaela Rohrer Othmar Frey präsentiert der Versammlung den aktuellen Stand des IT-Projektes.
Foto: Michaela Rohrer Othmar Frey präsentiert der Versammlung den aktuellen Stand des IT-Projektes.

Claudia Eyer präsentiert das Budget für 2026, das ein Defizit von CHF 54 400 vorsieht. Sie erläutert, dass die Investitionen in die IT über die laufende Rechnung bezahlt, ak­tiviert und laufend abgeschrieben werden. In finanziell starken Jahren kann mehr, in schwachen weniger abgeschrieben werden. Es gibt dazu keine Fragen. Das Budget wird einstimmig angenommen.

9. Wahlen

a) Revisionsstelle

Die bisherige Revisionsstelle, TFP Treuhand AG, wird einstimmig wiedergewählt.

b) Zentralpräsident

Martin Schwegler wird einstimmig zum Zentralpräsidenten wieder­gewählt.

c) Zentralvorstand

2026 ist ein Wahljahr, die langjährigen Mitglieder Alfred Höhener, Eva Sprecher und Silvio Streiff haben schon lange angekündigt, auf das Ende der vierjährigen Amtsdauer zurückzutreten. Alfred Höhener war seit 2007, Eva Sprecher seit 2010 und Silvio Streiff seit 2018 im Amt. Es verbleiben Claudia Eyer, Othmar Frey und Christoph Villiger. Neu werden folgende Personen für den ZV vorgeschlagen: Ursi Ineichen, Peter Luginbühl und Bigna Zellweger. Die Informationen zu diesen Personen konnten in der DV-Broschüre nachgelesen werden. Sie stellen sich deshalb nur kurz vor:

Ursi Ineichen erwähnt ihr persönliches Lebensmotto: Dem Leben nicht zwingend mehr Jahre hinzufügen, sondern vielmehr den Jahren ein wenig mehr Leben einzuhauchen. Sie zeigt sich tief beeindruckt von der spürbaren Energie im Saal, dem starken Zusammenhalt und dem grossen Engagement der gesamten Imkerschaft für die Bienen. Mit Blick auf die künftige Zusammenarbeit im Vorstand betont sie, dass man nicht immer zwingend gleicher Meinung sein müsse. Wichtig sei ihr vielmehr eine offene Debattenkultur, bei der hart in der Sache, aber nie gegen die Person gerungen werde – man dürfe durchaus intensiv disku­tieren, solle danach aber wieder freundschaftlich ein Bier zusammen trinken können. Da jedesMitglied auch abseits der Bienen wertvolle Erfahrungen mitbringe, hoffe sie auf einen gewinnbrin­genden, gegenseitigen Wissens­austausch. Ihr grösster Wunsch sei es, durch ihren eigenen beruflichen Hintergrund in der Kommunikation den Bienen künftig eine kräftige Stimme verleihen zu können.

Peter Luginbühl knüpft an seine Vorrednerin an und formuliert drei zentrale Wünsche für sein künftiges Amt: An erster Stelle stehe für ihn ein stets offener und konstruktiver Dialog, bei dem unterschiedliche Meinungen respektiert und sich bietende Chancen aktiv ergriffen werden. Zudem sei es ihm ein grosses Anliegen, dass der Zentralvorstand mit all seinen verschiedenen Gesichtern fähig bleibe, die Anliegen der Basis ernst zu nehmen und diese glaubwürdig zu vertreten. Er würdigt die Verbandsarbeit als einen wesentlichen Pfeiler der Schweizer Kultur und spricht den Sektionen seinen aufrichtigen Dank dafür aus, dass sie einen so wertvollen Beitrag zu ebendieser Kultur leisten. Abschliessend betont er seine Motivation, eine fundierte berufliche Erfahrung ein­zubringen, um im gemeinsamen Austausch etwas Positives zu bewegen und den Verband stetig weiterzubringen.

Bigna Zellweger erklärt, dass die Nominierung bzw. die Anfrage sie sehr freue. Es ist ihr eine ab­solute Herzensangelegenheit, die Honigbiene nicht isoliert zu betrachten, sondern sie als inte­gralen und wichtigen Bestandteil eines komplexen Ökosystems zu verstehen. Es sei essenziell, dass sowohl die Imkerschaft als auch die restliche Bevölkerung gemeinsam Sorge tragen, damit das Umfeld gesund und für die Bienen langfristig lebenswert bleibe. Ihr klares Ziel sei der Erhalt einer gesunden und vor allem resilienten Honigbienenpopulation. Da Faktoren wie Stress, zunehmende Umweltbelastungen und eine ein­seitige Ernährung die Bienen schwächen, sehe sie es als ihre Pflicht an, deren Interessen im Verband mit Nachdruck zu vertreten. Sie betont, dass sie sich sehr darauf freue, sich gemeinsam mit allen Anwesenden stark für das Wohl der Honigbienen zu machen.

Die bisherigen sowie die drei neuen Mitglieder werden in Globo einstimmig gewählt.

10. Ehrungen

Martin Schwegler übergibt das Wort an Claudia Eyer für die Ehrungen und dankt ihr, dass sie einen so grossen Teil dieser Delegiertenversammlung übernommen hat.

Zuerst wird Cilia Fuchs für ihre beeindruckende, 20-jährige Tätigkeit bei BienenSchweiz geehrt. Claudia Eyer sagt, als Bauernfrau habe Cilia früh gelernt, anzupacken, was sich besonders im Shop zeigte: Sämtliche Pakete, die dort in all den Jahren bestellt wurden, sind durch ihre Hände gegangen. Dies sei absolut keine Selbstverständlichkeit.Zudem seien Cilia und die OLMA untrenn­bar miteinander verbunden; es war laut Claudia Eyer immer besonders schön, Cilia an der OLMA in ihrem Element zu beobachten. Sie spricht ihr im Namen aller einen grossen Dank aus und kündigt an, dass man später noch gemeinsam auf sie anstossen werde.

Danach folgt die Verabschiedung von Eva Sprecher, die den Zentralvorstand verlässt. Sie wurde im Jahr 2010 zusammen mit zwei weiteren Frauen als erste weibliche Vertreterinnen in den ZV gewählt. Eva hat auf ihren Auslandsreisen gerne nach Käfern gesucht und ihre Geschichten haben den Zentral­vorstand immer wieder überrascht und beeindruckt. Ihr Insektenfachwissen ist sehr geschätzt worden. Sie war ver­antwortlich für die Museen Burgrain (Alberswil) und Ballenberg und betreute dort die Bienen­ausstellungen. Eva Sprecher war auch im Projektteam bei der Schaffung der Ausstellung Bienenerlebnis im Burgrain und bei der neuen Ausstellung im Schau- und Lehrbienenstand tätig. Auch die Bienen-Ausstellung im Ballenberg wurde unter ihrer Leitung neu gestaltet. Sie war Projektleiterin für das neue Bienenbuch sowohl bei der 20. als auch 21. Auflage sowie beim Neudruck der 20. Auflage. Als überaus engagierte Lektorin der BienenZeitung las sie die Ausgaben oftmals sogar noch während ihrer Ferien durch. Wenn unbekannte Insek­ten in die Geschäftsstelle getragen wurden, beantwortete sie geduldig alle Fragen. Als Abschiedsgeschenk wird ihr eine Collage überreicht, die ihre bishe­rigen Erfolge und Meilensteine zeigt. Eva Sprecher nimmt das Geschenk dankend an und erwähnt, dass sie die Zeit genoss und nun die Zeit komme für weitere, neue Erfahrungen.

Zum Abschied von Alfred Höhener aus dem ZV erinnert Claudia Eyer sich an ihr erstes Kennenlernen an der DV 2007 in St. Gallen, als noch über den Preis der Schwei­zerischen BienenZeitung diskutiert wurde. Alfred stamme noch aus ZV-Zeiten, in denen ganz andere Themen auf der Agenda standen. Er gilt heute als der unbestrittene «Mister Bildung» des Verbandes. Bevor Alfred anfing, waren kaum Kursunterlagen vorhanden; heute benötigen und nutzen sie alle. Für den Aufbau dieses Bildungswesens war er oftmals an den ersten Wochenenden des Jahres unterwegs und hatte entsprechend wenig Zeit für seine Familie. Die meisten Anwesenden im Saal dürften Alfred bereits bei diversen Aus- und Weiterbildungen persönlich kennengelernt haben. Bei seinem Handeln dachte er stets an die Basis, brachte deren Anliegen konsequent in die ZV-Sitzungen ein. Man hofft, dass Alfred nun endlich mehr Zeit mit seinen eigenen Bienen verbringen und in Ruhe seine Krimis lesen kann. Auch ihm wird ein Geschenk und eine Collage mit Erinnerungen übergeben. In seinen Abschiedsworten betont Alfred bescheiden, dass es für solche Erfolge ganz viele Leute brauche. Er dankt besonders Richard Wyss, der immer an ihn geglaubt habe, Ruedi Ritter, der ihn als Mentor unterstützte, sowie seiner Nachfolge Franziska Ruprecht und Othmar Frey, welche die Arbeit nun übernehmen. Ein riesiger Dank geht an seine Familie, die ihn all die Jahre getragen hat, obwohl er selten zuhause war und selbst dort oft noch für den Verband arbeiten musste.

Zuletzt wird Silvio Streiff ver­abschiedet, der als ein Mensch beschrie­ben wird, der mit sehrvielen verschiedenen Charakteren gut umgehen kann. Er war im Ressort Zucht tätig. Es wardamals alles andere als einfach, einen geeigneten Kandidaten fürdieses anspruchsvolle Ressort zu finden. Wenn im Vorstand Diskussionen zu lange andauerten, habe Silvio auch mal resolut auf den Tisch gehauen und klargemacht, dass er nun zu einem Bier übergehen wolle. Er vertrat einen sehr pragmatischen Ansatz – beispielsweise forderte er, den Umgang mit der Varroamilbe einfach anzupacken, auch wenn noch nicht alle Erkenntnisse abschliessend gesichert seien. Für Claudia Eyer war Silvio wie ein väterlicher Freund, und seine tiefgründigen Gespräche wurden von allen Vorstands­mitgliedern ausserordentlich geschätzt. Sein grosses Wissen über Wein wird im Vorstand definitiv fehlen. Ihm wird viel Gesundheit und grosse Freude beim Welterkunden mit seinem Wohnmobil gewünscht. Er nimmt die Collage ebenfalls dankend entgegen.

Anschliessend werden die drei zurücktretenden Vorstandsmitglieder Eva Sprecher, Alfred Höhener und Silvio Streiff von der Versammlung unter grossem Applaus zu Ehrenmitgliedern gewählt.

11. Delegierten­versammlung 2028

Für dieses Traktandum übergibt Martin Schwegler das Wort an Nadine Höhener, die Tochter von Alfred Höhener. Sie stellt den Austragungsort Konolfingen, das Tor zum Emmental, für die Durchführung der DV 2028 vor; die DV wird im reformierten Kirchgemeindehaus stattfinden und die Gäste werden mit Emmentaler Spezialitäten kulinarisch verwöhnt werden.

Der Austragungsort Konolfingen wird von der Versammlung einstimmig angenommen.

12. Varia

Martin Schwegler kündigt an, dass am Nachmittag Marcel Strub über den ersten Apitherapiekongress informieren wird.

Aus der Versammlung meldet sich Samuel Zysset und dankt kurz und knapp dem Vorstand für das Engagement. Anja Ebener von der apiservice GmbH vergleicht die Imkerei mit einem Flugzeug: Der Vorstand und die Geschäftsstelle agieren als Pilot, während alle Imker hinten sitzen, auf dem Weg zur Destination «gute Imkerpraxis und gesunde Bienen». Sie dankt für die Zusammenarbeit.

Martin Schwegler dankt abschliessend seinen Vorstandskol­leginnen und -kollegen sowie Mathias Götti Limacher und Markus Michel sowie dem ganzen Team von BienenSchweiz und schliesst die Versammlung um 12.30 Uhr ab.

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