Gesundheitsrisiken für Bienenhaltende bei der Winterbehandlung minimieren

11/23 | Wissenschaft und Praxis
Stefan Jans, Regionalberater Zentralschweiz, Bienengesundheitsdienst (BGD),

Oxalsäure wird im brutfreien Zustand der Bienenvölker zur Varroabehandlung verwendet. Wird der Anwenderschutz eingehalten, sind diese Tierarzneimittel für den Menschen bedenkenlos einsetzbar.
Stefan Jans, Regionalberater Zentralschweiz, Bienengesundheitsdienst (BGD),
(stefan.jans@apiservice.ch)

Oxalsäure ist ein fester, farb- und geruchloser kristalliner Stoff. Sie gilt als gesundheitsschädlich und kann beim Menschen beim Verschlucken, Einatmen oder durch Aufnahme über die Haut akute oder chronische Gesundheitsschäden hervorrufen. Darum gelten für Oxalsäure folgende Gefahrensymbole:

Gemäss der Verordnung über die Arzneimittel (VAM) gehören für Bienen zugelassene Tierarzneimittel in die Abgabekategorie D. Das heisst, sie sind rezeptfrei erhältlich und auf der Verpackung selbst gibt es keine Warnhinweise bezüglich Anwenderschutz. Deshalb ist es wichtig, als Imkerin oder Imker vor jedem Gebrauch zur Erinnerung die Packungsbeilage durchzulesen. Darin ist ausführlich beschrieben, welche persönliche Schutzausrüstung während des Einsatzes benötigt wird.

Bei direktem Kontakt, beispielsweise beim Anrühren einer Träufellösung mit Zucker (Api-Bioxal, Oxuvar 5,7 %), kann es zu lokalen Verätzungen der Haut und den Schleimhäuten kommen. Diese zeigen sich laut Tox Info Suisse durch Verbrennungsanzeichen wie Rötungen, Brennen oder Blasen. Im weiteren Verlauf können schlecht heilende Vernarbungen entstehen. Während des Umgangs mit Oxalsäure darf weder gegessen noch getrunken oder geraucht werden. Die in der Packungsbeilage und den BGD-Merkblättern beschriebenen Vorsichtsmassnahmen sind zur eigenen Sicherheit strikte einzuhalten.

Gelangen ungewollt Spritzer in die Augen, müssen diese sofort gründlich mit Wasser ausgespült werden. Bei Augenkontakt, starken Verätzungen oder Verschlucken ist ein Arzt aufzusuchen. Es ist sinnvoll, zum Termin die Packungsbeilage mitzunehmen.

Beim Sprühen von Oxalsäure (Oxuvar 5,7 %) oder beim Sublimieren (umgangssprachlich dem «Verdampfen») von Oxalsäuredihydrat (Varroxal, Api-Bioxal) besteht die Gefahr, durch das Einatmen von Staub oder des Aerosols die Atemwege zu verätzen. Eine solche lokal-reizende Wirkung bei inhalativer Exposition mit Oxalsäure ist für den Betroffenen sogleich spürbar, zum Beispiel in

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