Imkern in den Bergen

07/25 | Wissenschaft und Praxis
Simon Gisler, apiservice gmbh/Bienengesundheitsdienst (BGD), (simon.gisler@apiservice.ch); Fotos: Simon Gisler

In den Bergen Bienen zu halten, ist aufgrund des rauen Klimas und der kurzen Vegetationszeit eine Herausforderung. In schönen Sommern können mit vitalen Bienen und einem angepassten Betriebskonzept exquisite Berghonige geerntet werden.

Wer in den Bergen imkert, sollte zum Wohl der Bienen eine Betriebsweise wählen, die an das raue Wetter und die kurze Vegetationsperiode angepasst ist. Dabei gilt es, zwischen einer in den Bergen sesshaften und einer aus dem Flachland in die Berge wandernden Imkerei zu unterscheiden. Bei idealen Wetterbedingungen lassen sich in beiden Fällen aus den naturnahen Berglandschaften und Blumenwiesen würzige Berghonige gewinnen. Insbesondere tragen die Bienen in idealen Jahren ab einer Höhe von 1400 Metern über Meer den begehrten Alpenrosenhonig ein. Sensorisch ähnelt er dem Akazienhonig, weist jedoch zusätzlich eine feine holzige Würze auf.1 So sind die Berghonige bei den Konsumenten beliebt und erzielen gute Preise.

In den Bergen sesshafte Imkereien

Sesshafte Imkereien, die das ganze Jahr in den Bergen verbleiben, müssen einer ausreichenden Winterfütterung viel Aufmerksamkeit schenken. Durch die längeren winterlichen Brutpausen und die meist tiefere Bienendichte in den Bergen lässt sich die Varroabehandlung etwas vereinfachen. So wird in höheren Lagen oft nur eine Sommerbehandlung benötigt, respektive die Temperaturen sind im September für eine zweite Behandlung mit Ameisensäure bereits zu niedrig. Umso wichtiger ist die erste Sommerbehandlung und die rechtzeitige Winterbehandlung bei Brutfreiheit. Die Bildung von Jungvölkern muss früh und deren Aufbau rasch geschehen, damit sich die Völker schon im Sommer zu einer ausreichenden Überwinterungsstärke entwickeln können.

In Lagen von über 1000 Metern über Meer sind zu einigen Indikatorpflanzen des BGD-Betriebskonzepts Anpassungen unvermeidlich. Die Traubenhyazinthe kommt nicht mehr vor, so dass allein das Blühen der Schlüsselblume Anlass für die erste Völkerdurchsicht im Frühling ist. Anstelle der Vogelkirschenblüte wird der Zeitpunkt für die Erweiterung der Völker und Gabe der Drohnenwaben durch das Blühen der Vogelbeere angezeigt. Für die Schwarmkontrolle

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