Konkurrenz zwischen der Europäischen und der Asiatischen Hornisse

11/26 | Wissenschaft und Praxis
Eva Sprecher, Redaktion Schweizerische BienenZeitung, (eva.sprecher@bienenschweiz.ch)

Die heimische Hornisse (Vespa crabro) war zuerst da, sie kann jedoch die Ausbreitung der invasiven Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) nicht stoppen. Sie kann allerdings einen gewissen Druck auf sie ausüben und es wird beobachtet, dass die Anwesenheit starker Bestände der heimischen Art die Etablierung der invasiven Konkurrentin lokal erschweren kann.


Schwesterarten mit ähnlicher Lebensweise
Beide Hornissenarten haben eine ähnliche Lebensweise. Sie leben in grossen, wohl organisierten Staaten, die aus einer Königin, zahlreichen Arbeiterinnen und Drohnen bestehen. Ihre perfekt gebauten, papierartigen Nester enthalten mehrere Etagen mit regelmässig angeordneten Waben. Nur die Königin legt Eier und die Arbeiterinnen pflegen und füttern die Brut. Die Larven werden mit Fleisch gefüttert, hauptsächlich mit Insekten, die von den Arbeiterinnen gejagt werden. Die adulten Hornissen ernähren sich von zuckerhaltigen Speisen wie Nektar oder reifen Früchten. Im Spätsommer werden Geschlechtstiere hervorgebracht, werdende Königinnen und Drohnen paaren sich. Während die Drohnen nach der Paarung sterben, überwintern die begatteten Königinnen an einem geschützten Ort und gründen im folgenden Frühling einen neuen Staat. 

Direkte Konkurrenz

Durch die ähnliche Lebensweise konkurrieren die beiden Arten um gleiche Ressourcen wie Nistplätze und Nahrung. Beide jagen Insekten wie Fliegen, Wespen und gerne Honigbienen als Beute, was zu starker Konkurrenz führt. Beide Arten bevorzugen für ihre Nester oder anfänglichen Primärnester geschützte, oft von Menschen erstellte Bereiche wie Schuppen, Ställe, Dachvorsprünge, Rollladenkästen oder auch niedrige Stellen in Bodennähe.


Die heimische Hornisse ist etwas grösser und kräftiger als die asiatische. Es kann vorkommen, dass Vespa crabro einzelne Arbeiterinnen oder sogar Jungköniginnen von Vespa velutina angreift und erbeutet. Obwohl die heimische Hornisse einen natürlichen Gegenspieler darstellt, hat die Asiatische Hornisse in Europa keine spezialisierten Fressfeinde, die sie effektiv kontrollieren könnten. 


Ein entscheidender Nachteil der heimischen Hornisse ist die Volksstärke. Ihr Nest umfasst nur etwa 700 Individuen, während die Asiatische Hornisse Nester mit bis zu 2000 Individuen bildet

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