Mit vereinten Kräften gegen die Asiatische Hornisse

03/26 | BienenSchweiz
Sarah Grossenbacher, Redaktion Schweizerische BienenZeitung, (sarah.grossenbacher@bienenschweiz.ch)


Die Asiatische Hornisse wird sich auch in diesem Jahr weiter ausbreiten. Um Imkerschaft und Bevölkerung besser auf die neue Situation vorzubereiten, setzt BienenSchweiz auf zusätz­liche Massnahmen und eine verbandseigene Taskforce.

Der verstärkte Effort zielt darauf ab, sowohl die Bekämpfung als auch die Wissensvermittlung und Aufklärungsarbeit rund um die Asiatische Hornisse zu verbessern. Damit Nester effizient gefunden und schliesslich auch entfernt werden können, holt BienenSchweiz die Bevölkerung mit ins Boot. «Die Asiatische Hornisse darf nicht weiter nur als reines Imkerproblem wahrgenommen werden», betont Mathias Götti Limacher, Geschäftsführer von BienenSchweiz. Denn unter der Vespa velutina leiden nicht nur die Honigbienen, sondern auch zahlreiche andere Bienenarten und weitere Insekten wie Wespen oder Zweiflügler. Zudem besteht, vor allem in Nestnähe, ein erhöhtes Stichrisiko für Menschen und im Spätsommer sind Schäden an Obst möglich.

Auch wenn die Asiatische Hornisse – gerade im Spätsommer – häufig an Bienenständen zu finden ist, bleibt sie ein gesamtgesellschaftliches Problem. Foto: Sarah Grossenbacher
Auch wenn die Asiatische Hornisse – gerade im Spätsommer – häufig an Bienenständen zu finden ist, bleibt sie ein gesamtgesellschaftliches Problem. Foto: Sarah Grossenbacher

Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Im Idealfall werden bereits im Frühling viele Primärnester entdeckt – in Hecken, an Dachvorsprüngen oder in Schuppen. So ist die Entfernung deutlich einfacher und kostengünstiger. «Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen wir die Bevölkerung aufklären und sensibilisieren», erklärt Götti Limacher weiter. «Unser Ziel ist, dass die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen wird.» Um dies zu erreichen, plant BienenSchweiz verschiedene kommunikative Massnahmen, beispielsweise an Messen oder in den Sozialen Medien. Weiter sollten auch Gemeinden und Verbände einbezogen werden, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen.

Politisch besteht aktuell immer noch ein kantonaler Flickenteppich. Die Finanzierung der Bekämpfung ist Sache der Kantone; die Mittel müssen vom Kanton oder den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. «Kantone haben eine Schlüsselrolle. In der Praxis entscheidet jedoch oft das Budget darüber, wie konsequent vorgegangen wird», erklärt Götti Limacher. Teil der neuen Strategie sind deshalb auch die Kantonalverbände. BienenSchweiz ermutigt diese, politisch aktiv zu werden und sich für genügend finanzielle und strukturelle Ressourcen einzusetzen. Dazu stellt der Verband unter anderem Mustervorlagen für Vorstösse in den kantonalen Parlamenten bereit.

Taskforce

Als Dreh- und Angelpunkt zwischen den Kantonalverbänden, Sektionen, der Wissenschaft und Behörden fungiert neu eine verbands­eigene Taskforce. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Regionen und werden vor Ort Schulungen für Scouts anbieten. Zu den Aufgaben der Taskforce gehören auch der Wissenstransfer in die Praxis sowie die Zusammenarbeit mit dem Cercle Exotique, dem nationalen Gremium, das sich um die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse kümmert.

Schulung der Imkerschaft

Ein wichtiges Ziel von BienenSchweiz ist die Schulung der Imkerschaft. Bereits im März erhalten die Betriebsberaterinnen neue Schulungsunterlagen. Damit können sie Imkerinnen und Imker fundiert auf das Imkern in Zeiten der Asiatischen Hornisse vorbereiten. Es sind alles Massnahmen, die keine grundlegende Umstellung erfordern, sondern gut in gängige Betriebskonzepte integrierbar sind.

Dank an die Stiftung für die Bienen

Die Umsetzung der neuen Strategie erfordert nicht nur Konzepte, sondern auch personelle Ressourcen. Mit einem Mandat an Fabian Trüb und Maria Corpataux stärkt BienenSchweiz die operative Koordination der Massnahmen gegen die Asiatische Hornisse. Dass dieser Ausbau in kurzer Zeit möglich wurde, verdankt der Verband der Unterstützung durch die Stiftung für die Bienen – ein wichtiger Beitrag, um die Bekämpfung national besser zu verankern.

 

Weitere Informationen und Downloads:

www.bienen.ch/velutina

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