Neues aus der Welt der Bienen
Bienen lassen sich ablenken, ähnlich wie wir
Wer beim Arbeiten ständig abgelenkt aufs Handy schaut, macht oft eher Fehler. Offenbar gilt das auch für Honigbienen. Forschende haben herausgefunden, dass die kleinen Bestäuber bei komplexen Lernaufgaben leicht aus dem Konzept geraten, wenn sie abgelenkt werden.
Honigbienen sind dafür bekannt, schnell lernen zu können. So können sie problemlos Gesichter erkennen oder aus Labyrinthen herausfinden. In einem Experiment lernten die Bienen, bestimmte Düfte mit einer Zuckerbelohnung zu verbinden. Die Belohnung bekamen sie allerdings erst, nachdem der Duft sich verflüchtigt hatte, was die Aufgabe deutlich schwerer machte. Kam zusätzlich ein blinkendes Licht ins Spiel, war die Konzentration dahin: Manche Bienen hielten plötzlich alle Düfte für richtig, andere keinen mehr. Die Forschenden vermuten deshalb, dass Bienen bei anspruchsvollen Aufgaben eine Art Aufmerksamkeit benötigen – ähnlich wie wir Menschen, wenn wir uns auf etwas konzentrieren müssen.
Zur Studie: DOI 10.1098/rspb.2025.2891
Michelle Knecht

Wie geht es unseren Insekten heute im Vergleich zu 1930
Erstmals rekonstruierte ein Schweizer Forschungsteam vom Agroscope und WSL die Entwicklung der Insektenvielfalt in der Schweiz über fast ein Jahrhundert. Die Ergebnisse stimmen nachdenklich: Die immer intensivere Landnutzung führte Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem starken Rückgang von Tagfalter- und Totholzkäferarten, die überwiegend in Landwirtschafts- und Waldlebensräumen vorkommen. Sie zeigen aber auch, dass sich einige Arten mancherorts zumindest teilweise erholen.
Die Intensivierung und damit einhergehende strukturelle Vereinheitlichung der Landschaften, verstärkter Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln setzt viele Arten unter Druck. Bei Totholzkäfern ging die Artenzahl im Schnitt bis 1960 zurück, stabilisierte sich und stieg danach wieder auf das Niveau von 1930 an, insbesondere seit den 2000er Jahren. Bei den Tagfaltern hingegen