Wie geht es meinen Bienen? Welchen Abstand Bienenvölker wollen

12/22 | Wissenschaft und Praxis
Wolfgang Ritter und Ute Schneider-Ritter (www.bienengesundheit.info) aus Freiburg im Breisgau, Deutschland

Der Biologe Dr. Wolfgang Ritter und die Diplom-Ingenieurin für Umweltschutz Ute Schneider-Ritter legen mit ihren Artikeln und Büchern seit Jahren Massstäbe in der natürlichen Bienenhaltung. In ihren Beiträgen setzen sie sich kritisch damit auseinander, was Bienen wollen und was wir tun. Gleichzeitig zeigen sie Möglichkeiten auf, wie wir den Wünschen der Bienen näherkommen. Was Sie in Ihrer eigenen Imkerei umsetzen wollen und können, müssen Sie am Ende selbst entscheiden.

«Tierwohl» ist in der Schweizer Öffentlichkeit nicht erst seit der abgelehnten Volksinitiative zur Massentierhaltung ein Thema. Hier ging es vor allem um die Haltung von Geflügel, Rindern und Schweinen. Bienen spielten dabei weniger eine Rolle. Ohne Frage geht es den Bienen deutlich besser als anderen Nutztieren. Schliesslich leben sie in der freien Natur und, wenn es ihnen wirklich mal zu ungemütlich wird, ziehen sie einfach aus und suchen sich etwas Neues. Uns ist allen allerdings auch noch der Schweizer Film «More than honey» im Gedächtnis. Dort wird die Imkerei in den USA als hochindustrielle Bienenhaltung gezeigt, in der die Honigbiene zur Bestäubungsmaschine und Hoch-leistungsproduzentin verkommen ist. Die Auswirkungen haben den Film längst überholt. Seit Längerem beklagen vor allem die amerikanischen Berufsimker jährliche Verluste der Bienenvölker von 40 Prozent und mehr. Aus dieser prekären Lage heraus hat dort bei vielen längst ein Umdenken eingesetzt und Alternativen im Umgang mit den Bienen werden gesucht.

Das Nahrungsangebot muss für alle reichen

Bei uns, meinen viele Imkerinnen und Imker, ist alles anders und sowieso nicht so schlimm wie im Film dargestellt. Da kommt der etwas kauzige Schweizer Bergimker, der noch mit seinen Bienen spricht, als Gegenpart im Film gerade recht. Doch sind wir tatsächlich näher am Wohl der Bienen dran? Unter guter imkerlicher Praxis verstehen auch bei uns die meisten: grosse Völker, viel Honig pro Volk und keine «unnötigen Verluste» durch Schwärme. Der Rest ist weniger wichtig. So wird

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