25 Imker/-innen freuen sich über ihren eidgenössischen Fachausweis

11/23 | BienenSchweiz
Sarah Grossenbacher, Redaktion SBZ, (sarah.grossenbacher@bienenschweiz.ch)

«Der Lerninhalt rund um Ökologie und Wildbienen beeindruckte mich so sehr, dass ich die Umgebung rund um meinen Bienenstand in ein Insektenparadies umgestaltet habe», so eine frisch diplomierte Imkerin mit eidgenössischen Fachausweis an der Abschlussfeier im Bildungszentrum Wald in Lyss.
Sarah Grossenbacher, Redaktion SBZ, (sarah.grossenbacher@bienenschweiz.ch)

Die meisten der 25 Diplomierten starteten den Kurs im Jahr 2019, einige auch schon früher. Der Unterricht wird sowohl in der Deutschschweiz wie auch in der Romandie angeboten. Pro Jahrgang besuchen rund 50 bis 60 Teilnehmende die Ausbildung. Die umfassende Berufsausbildung beinhaltet total 27 Ausbildungstage, aufgeteilt auf fünf Module. «Zusätzlich zum Besuch aller Module sind rund weitere 70 Tage für das Selbststudium sowie das Verfassen von vier Leistungsausweisen und der Diplomarbeit einzuplanen.», erklärt Hanspeter Gerber, Geschäftsführer der Imkerbildung Schweiz GmbH.

Selbstsicherheit in der Imkerpraxis gewonnen

Die Teilnehmenden lobten die vielfältige Ausbildung: So betonte Katja Schobert, Absolventin aus Gümmenen (BE), dass sie sich nun selbstsicherer in ihrer Imkerpraxis fühle, ihre Bienenvölker naturnaher führe und trotzdem stärkere Bienenvölker und höhere Honigerträge habe. «Der Fachausweis bietet so viele Möglichkeiten, die Imkerpraxis zu verbessern, dass man selber mit seinen Tieren nachher wesentlich besser dasteht und selbstsicherer imkert», so die Absolventin Elisabeth Orglmeister aus Flüelen (UR). Die Teilnehmenden bezeichneten auch den Austausch untereinander als sehr bereichernd: «Der Kurs, die vielseitige Ausbildung, ist das eine, das andere sind die Gespräche mit den anderen Imkerinnen und Imkern, die zwar alle das gleiche Hobby haben, aber von ganz unterschiedlichen Regionen kommen und verschiedene berufliche Hintergründe haben – das machte das ganze sehr spannend und wertvoll», meinte Bernhard Kunz aus Mesikon im Kanton Zürich.

Botschafterinnen und Botschafter für die Bienen

Auch nach der Ausbildung kann die fachliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen rund um die Imkerpraxis weiter vertieft werden. Seit zwei Jahren gibt es nun eine Alumni-Organisation für Imker/-innen mit eidgenössischem Fachausweis. Ziele dieses Netzwerkes sind unter anderem die Förderung des fachlichen Austausches und die Organisation von Weiterbildungen. Mathias Götti Limacher und Vittorio Quarta, Schulleiter der deutsch- beziehungsweise französischsprachigen Schweiz, sind zudem überzeugt, dass die Diplomandinnen und Diplomanden ihr neu erworbenes Fachwissen in Zukunft in die Imkervereine und die Öffentlichkeit tragen und so als Botschafterinnen und Botschaft für die Bienen Gutes bewirken werden.

Aus den Kantonen Luzern, Obwalden, Nidwalden und Uri erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis v. l. n. r.: Markus Michel, Sachseln; Martin Habermacher, Rickenbach; Pius Häfliger, Schötz; Elisabeth Orgelmeister, Flüelen; Armin Schuler, Altdorf; Roger Niederberger, Ennetmoos.
Aus den Kantonen Luzern, Obwalden, Nidwalden und Uri erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis v. l. n. r.: Markus Michel, Sachseln; Martin Habermacher, Rickenbach; Pius Häfliger, Schötz; Elisabeth Orgelmeister, Flüelen; Armin Schuler, Altdorf; Roger Niederberger, Ennetmoos.
Aus Liechtenstein und den Kantonen Zürich und Graubünden (rechts) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis v. l. n. r.: Andreas Berlinger, Nendeln; Sabina Patt, Summaprada; Fabian Trüb, Gündisau; Christine Vogel-Etienne, Hedingen; Bernhard Kunz, Mesikon.
Aus Liechtenstein und den Kantonen Zürich und Graubünden (rechts) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis v. l. n. r.: Andreas Berlinger, Nendeln; Sabina Patt, Summaprada; Fabian Trüb, Gündisau; Christine Vogel-Etienne, Hedingen; Bernhard Kunz, Mesikon.
Aus dem Kanton Aargau (links) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis jeweils v. l. n. r.: Daniel Bösch, Hägglingen; Patrick Grossmann, Sisseln; Stephan Lendenmann, Hendschiken. Es fehlt: Ursula Müller, Schinznach Dorf. Aus den Kantonen Solothurn und Bern (Mitte) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis: Urs Zenger, Meiringen; David Kaufmann, Grenchen; Katja Schobert, Gümmenen; Franziska Schnyder, Bern. Es fehlen: Garbiel Zenklusen, Derendingen. Aus der Romandie (rechts) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis: Yves Larequi, Crans-Montana; Vittorio Quarta (Schulleiter Romandie), Gaëtan Gogniat, Courgenay. Es fehlen: Pierre Arnold, Sion; Jean-Marie Hänzi.
Aus dem Kanton Aargau (links) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis jeweils v. l. n. r.: Daniel Bösch, Hägglingen; Patrick Grossmann, Sisseln; Stephan Lendenmann, Hendschiken. Es fehlt: Ursula Müller, Schinznach Dorf.
Aus den Kantonen Solothurn und Bern (Mitte) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis: Urs Zenger, Meiringen; David Kaufmann, Grenchen; Katja Schobert, Gümmenen; Franziska Schnyder, Bern. Es fehlen: Garbiel Zenklusen, Derendingen.
Aus der Romandie (rechts) erhielten nach vier Jahren berufsbegleitender Weiterbildung das Diplom zur Imkerin/zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis: Yves Larequi, Crans-Montana; Vittorio Quarta (Schulleiter Romandie), Gaëtan Gogniat, Courgenay. Es fehlen: Pierre Arnold, Sion; Jean-Marie Hänzi.

Imker/-in mit eidgenössischen Fachausweis

Der im Jahr 2014 neu lancierte Weiterbildungslehrgang stösst auf reges Interesse bei der Imkerschaft: Seit 2015 startet pro Jahr eine deutschsprachige Doppelklasse mit total 48 Teilnehmenden. Seit 2016 wird die Weiter­bildung auch in der Romandie angeboten. Aktuell besuchen schweizweit insgesamt rund 250 Teilnehmende die Ausbildung.

Voraussetzung für den Besuch der Weiterbildung ist eine Berufslehre oder eine vergleichbare Ausbildung, der Abschluss eines zweijährigen Imker-Grundkurses, der jeweils von Kantonal­verbänden durchgeführt wird, sowie mindestens drei Jahre praktische Erfahrung in der Haltung von eigenen Bienenvölkern.

Der Lehrgang umfasst 27 Tage, verteilt auf vier Jahre und gliedert sich in fünf Module:

• Modul 1: Leben der Bienen und ihr Umfeld

• Modul 2: Bienenhaltung

• Modul 3: Bienenprodukte

• Modul 4: Volkserneuerung

• Modul 5: Bienengesundheit

Das Qualifikationsverfahren verlangt nach jedem Modul einen schriftlichen Leistungsnachweis und eine abschliessende Diplomarbeit. Für den Kursstart im Januar 2024 sind noch Plätze verfügbar (www.imkerbildung.ch).

Dieser Artikel könnte
Ihnen auch noch gefallen

Wissenschaft und Praxis | 07/23
1 Minute
Was Sie schon immer über Futtergeschirre wissen wollten. Verglichen mit der Jahrhunderte alten…
Wissenschaft und Praxis | 12/23
1 Minute
Werden Bienenvölker auf mobilem Naturbau geführt, können sie das Brutnest nach ihren Bedürfnissen…