Asiatische Hornisse: Blick zurück und nach vorne

05/24 | Wissenschaft und Praxis
Fabian Trüb, apiservice gmbh/Bienengesundheitsdienst (BGD), (fabian.trueb@apiservice.ch); Daniel Cherix, Honorarprofessor, Universität Lausanne, (daniel.cherix@unil.ch); Lukas Seehausen, Wissenschaftler, invasive Arten, CABI, (l.seehausen@cabi.org);Carine Vogel, Verantwortliche www.asiatischehornisse.ch, (carine.vogel@frelonasiatique.ch)

Nach der Ankunft in der Schweiz im Jahr 2017 und den ersten ruhig verlaufenen Jahren hat sich die Population der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in der Schweiz explosionsartig entwickelt.

Im Vorjahr konnten wir in der Schweizerischen Bienen-Zeitung (SBZ 08/2023) an dieser Stelle noch die Liste mit allen 2022 bestätigten Funden der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) abdrucken, 46 waren es an der Zahl. Würden wir die Liste 2023 publizieren, so würde das den Rahmen des gesamten Beitrages sprengen. Eingegangen sind im Jahr 2023 Meldungen aus 14 verschiedenen Kantonen. Zu den bereits zuvor betroffenen Kantonen AG, BL, FR, GE, JU, NE, SO und VD kamen im Jahresverlauf die Kantone BE, BS, LU, TG, VS und ZH dazu.

Die Zahl der Verdachtsmeldungen, der bestätigten Sichtungen wie auch der Nestfunde hat sich vervielfacht (Grafik links unten). Gegenüber den schweizweit 266 Verdachtsfällen im Jahr zuvor, wurden im Jahr 2023 14,8-mal so viele gemeldet, das heisst 3937. Die Anzahl der bestätigten Funde der Asiatischen Hornisse hat sich von 2022 innerhalb eines Jahres von 46 auf 1306 erhöht, was dem 28,4-fachen entspricht. Wurden 2022 nur 11 Nester zerstört, waren es im letzten Jahr mit 222 Nestern 20,2-mal so viele.

Die Entwicklungen in den Kantonen

Insbesondere in den Westschweizer Kantonen Genf, Waadt, Jura und Neuenburg hat ein exponentieller Anstieg der Populationen stattgefunden. Der sehr milde Winter 2022/23 dürfte vielen Jungköniginnen das Überleben gesichert und gute Bedingungen für die Gründung neuer Kolonien geboten haben. Im Kanton Genf ist die Zahl der gefundenen Nester innert Jahresfrist von drei auf 108 Nester angestiegen: ein Anstieg auf das 36-Fache! Im Kanton Jura waren es ein Nest Ende 2022 und 24 Nester Ende des letzten Jahres. Im selben Zeitraum verzeichnete der Kanton Waadt einen Sprung von vier auf 40 Nester.

Die Orte der Sichtungen waren oft weit voneinander entfernt. Im Kanton Zürich zum Beispiel wurden

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