Besonnen imkern mit Vespa velutina

10/26 | Wissenschaft und Praxis
Pia Aumeier, Bochum, (info@piaaumeier.de)

«Ich habe das Glück, die Asiatische Hornisse bislang noch nicht selbst gesehen zu haben.» So schreibt eine Imkerin im Juni 2026. Und bringt damit die aktuelle Sorge vieler Imkernder auf den Punkt.

Seit 2014 befliegt Vespa velutina deutsche Lüfte. Seit 2022 auch meine Bienenstände in Duisburg und Essen. Seit 2024 meine Stände in Bochum, Witten, Dortmund und Recklinghausen. Nur meine Stände ganz im Osten und Norden NRWs waren bis Ende 2025 frei von der Asiatischen Hornisse.


In Duisburg jagten ab August 2025 gleichzeitig etwa zehn Hornissen erfolgreich vor fast jedem meiner Wirtschaftsvölker. Deren Flugloch wird niemals eingeengt. Die individuenärmeren Jungvölker und Fluglinge sowie die Brutlinge (Verfahren TuB, Schweizerische BienenZeitung 2021 – 8), die für etwa drei Wochen im August bis September ohne vollwertig legende Königin anfällig für Räuberei sind, wurden kaum behelligt. Sobald die Fluglochwache sich bei Temperaturen unter 10 °C vom Flugloch zurückzog, drang Velutina 2025 an sämtlichen beflogenen Ständen in alle Beuten (zwölf Stände mit ca. 200 Völkern) ein und besuch­te teils zu Dutzenden die Futtertasche. 


Von meinen Beobachtungen beunruhigt, plante ich, ab Spätsommer 2025 verschiedene Schutzvorrichtungen wie Fluglochschieber und Maulkörbe zu prüfen. Eine solche Prüfung erfordert grundsätzlich sorgfältige Planung. Um valide Resultate zu erzielen, ist eine möglichst umfassende objektive Datenerhebung an standardisierten Versuchs- und Kontrollgruppen unverzichtbar. Dazu zählen keinesfalls – wie bisher in sämtlichen dazu publizierten Veröffentlichungen praktiziert – nur Beobachtungen vor dem Flugloch, eine Einteilung der Völker anhand ihrer subjektiv erfassten Stärke und von «besetzten Wabengassen» und daraus resultierende theoretische Modelle zum vermeintlich verursachten «Stress». Unverzichtbar ist vielmehr versuchsvorbereitend und -begleitend eine Erhebung der exakten Bienen-Populationsentwicklung sowie von deren Versorgungs­lage und potentieller Krankheitsbefunde aus allen Versuchs- und Kontrollvölkern.


Für die Bewertung verschiedener Schutzvorrichtungen bonitierte ich daher im August und Oktober 2025 sämtliche Völker an Ständen ohne Velutina-Vorkommen sowie an Ständen mit intensivem Hornissenbeflug. Zum Einsatz kam die zeitaufwändige «Lie­befelder Schätzmethode» (Schweizerische Bienen­Zeitung

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