Bienenvölker schieden und einengen

02/26 | Wissenschaft und Praxis
EMIL BREITENMOSER, REGIONALBERATER OSTSCHWEIZ, APISERVICE/BIENENGESUNDHEITSDIENST ( BGD ) ( emil.breitenmoser@apiservice.ch )


Mit dem gezielten Einsatz von Schieden wird der Brutraum so strukturiert, dass die thermischen und sozialen Abläufe im Volk effizient erfolgen. Der Wärmehaushalt wird optimiert, das Brutnest stabilisiert sowie die Entwicklungsgeschwindigkeit im Frühjahr gesteigert.

Zu Beginn der Vegetationsperiode, typischerweise nach dem Reinigungsflug und unter stabilen Witterungsbedingungen, zeigt sich die tatsächliche Volksstärke des überwinterten Bienenvolkes. Die besetzten Wabengassen dienen dabei als objektives Kriterium zur Bestimmung des notwendigen Brutraum­volumens. Wird der Brutraum zum Zeitpunkt der Sal-Weidenblüte nicht der Volksstärke angepasst, entstehen am Rand des Brutnestes offene, schlecht besetzte Wabenbereiche, die zu einem unnötigen Wärmeverlust führen. Es ist davon auszugehen, dass die Bienen dadurch erhebliche Energiemengen zur Temperierung aufbringen müssen. Das erhöht den Futterverbrauch, die Winterbienen arbeiten sich vorzeitig ab und dadurch ist die Frühjahrsentwicklung verzögert.

Guter Wärmehaushalt im Frühling

Durch das Setzen eines oder mehrerer Schiede wird der Brutraum gezielt begrenzt. Die Bienen konzentrieren sich auf den verklein­erten Raum, wodurch der Wärmehaushalt stabiler, die Bruttemperatur homogener und die Wärmeverluste geringer werden. Parallel dazu wird der Pflegeaufwand pro Brutzelle reduziert, was zu einer verbesserten Brutqualität führen kann. Die Königin findet in einem kompakten, warmen Brutnest günstige Bedingungen für ein kontinuierliches Stiften vor. Dies begünstigt einen raschen Aufbau der Jungbienenpopulation, was insbesondere für früh einsetzende Trachten von erheblicher Bedeutung ist.

Das Einengen beinhaltet zusätzlich das Entfernen von nicht besetzten oder überalterten Waben. Bei zweiräumiger Betriebsweise kann dies durch die Reduktion auf einen Brutraum geschehen. Die Verdichtung des Brutnestes erlaubt eine optimierte Ressourcennutzung, insbesondere hinsichtlich Wärme und Futter. Futterwaben sollten stets unmittelbar angrenzend an das Brutnest positioniert werden, um das Risiko eines Futterabrisses bei kurzfristigen Kälteeinbrüchen zu minimieren.

Bienenvolk im Frühling, das um 1–2 Waben eingeengt werden kann. Foto : apiservice
Bienenvolk im Frühling, das um 1–2 Waben eingeengt werden kann. Foto : apiservice

Praktische Vorteile des Einengens

Praktiker beurteilen den Effekt des Einengens mit

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