Bei der Wachsverarbeitung in der eigenen Imkerei können viele Fehler passieren. Sorgfältiges Arbeiten ist für qualitativ hochstehendes Wachs entscheidend.
Bienenwachs ist ein wertvolles und natürliches Erzeugnis der Honigbiene. Die Bienen schwitzen es aus ihren Wachsdrüsen. Es dient dem Aufbau der Wabenstruktur, als Speicherort für Pollen sowie Honig und bildet die Entwicklungsstätte des Bienennachwuchses. Meist unterstützen wir Imker/-innen die Bienen mit Mittelwänden und schmelzen alte Waben für eine bessere Wabenhygiene wieder ein. Das geschmolzene Wachs wird zu Mittelwänden umgearbeitet und es entsteht so ein Wachskreislauf.
Durch seine biologischen und chemischen Eigenschaften kann Bienenwachs empfindlich auf Temperatur, Fremdstoffe und Materialkontakt reagieren. Um die gute Wachsqualität langfristig zu sichern, sind Kenntnisse über die geeignete Verarbeitungstechnik und eine hygienische Arbeitsweise unerlässlich. Vier erfahrene Schweizer Wachsverarbeiter wurden für diesen Artikel zu den häufigsten Herausforderungen und Fehlern in der Wachsverarbeitung befragt: Peter Käslin (Beckenried), Margrit und Fritz Richli (richliwachs.ch), Samuel Reichen (deinwachs.ch) sowie Silvio Hitz (imkerhof.ch)
Materialwahl und Reaktionsverhalten
Der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt bei 61 – 65 °C, die Dichte bei etwa 0.95 kg/dm³, der Flammpunkt bei ca. 265 °C. Bereits bei Temperaturen von über 85 – 90 °C beginnt der thermische Abbau gewisser Wachsbestandteile wie der freien Fettsäuren und Ester, was sich in dunkler Färbung, Rauchgeruch und erhöhter Sprödigkeit zeigt. Ester im Bienenwachs sind chemische Verbindungen, die aus Fettsäuren und langkettigen Alkoholen entstehen und für die Konsistenz und Härte des Wachses verantwortlich sind. Sie machen den grössten Teil des Bienenwachses aus (etwa 70 – 80%) und verleihen ihm seine plastischen und wasserabweisenden Eigenschaften.
Bei Kontakt mit reaktiven Metallen (Eisen, Kupfer, Aluminium, Zink) kommt es zu Oxidations- und Abbaureaktionen, welche das Wachs ein für alle Mal grau, grünlich oder schwarz verfärben. Empfohlen werden darum Gefässe und Schmelzgeräte aus Chromstahl (z. B. nicht mehr genutzte Kochtöpfe) oder alternativ PP-Kunststoff. Verzinkte oder emaillierte Behälter sowie Eigenkonstruktionen mit Eisenanteilen führen oft zu farblich sichtbaren Qualitätseinbussen – ein häufig beobachteter Fehler, wie