In die geschlossene Brut sehen, ohne Zellen öffnen zu müssen? In diesem Beitrag zeigt der Autor, welche Möglichkeiten und Grenzen sich aus dem Einsatz eines Flachbett-Scanners für das Brutmonitoring ergeben. Fotos: Parzival Borlinghaus
Die Hoffnung war nicht all zu gross, als wir 2024 den ersten Scanner für eine Pilotstudie präparierten. Wie würden die Arbeiterinnen auf den Scanner reagieren? Würde die Königin eine solche Zelle überhaupt bestiften?
Einen Scannerdeckel weniger und drei Monate später wussten wir: Ja, Königin, Hofstaat und Gesinde lassen sich durchaus von Glasböden überzeugen!
Ausschlaggebend war die Gabe eines gewachsten Zellgitters, das erst von den Arbeiterinnen ausgebaut und später bestiftet wurde. Insgesamt konnten wir in den 6,9 Millimeter grossen Zellen 512 Drohnen bei ihrer Entwicklung beobachten und den Varroabefall, die Kalkbrutinfektionen und das Ausräumverhalten auswerten.
Manuelles Brutmonitoring ist mühsam und destruktiv. Für Züchter und Forscher ist es dennoch unverzichtbar, um etwa VSH-Merkmale zu erfassen. Da die Probenentnahme das Volk schädigt, liefert sie jedoch nur Momentaufnahmen und kein Bild des laufenden Prozesses. Die Kosten (inkl. Personal) einer Varroa-Untersuchung werden in einem Bericht für die Europäische Kommission in Deutschland auf über € 200 pro Volk beziffert.1 Zusätzlich zeigt sich ein Dilemma: Je genauer bzw. häufiger wir monitoren, desto stärker verfälschen wir durch die wiederholten Störungen und die exzessive Brutentnahme die
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