Das Einsperren der Königin: sinnvoll oder schädlich?

07/26 | Wissenschaft und Praxis
Dr. Wolfgang Ritter und Ute Schneider-Ritter, Freiburg im Breisgau (www.bienengesundheit.info)


Immer mehr Imkerinnen und Imker bekämpfen die Varroamilbe mit biotechnischen Methoden. Dazu gehört zum Beispiel das Unterbrechen der Brutaufzucht, indem die Königin in einem Käfig eingesperrt wird. In diesem Artikel wollen wir klären, ob diese Methode sinnvoll ist oder dem Bienenvolk eher schadet.

Die Varroamilbe vermehrt sich ausschliesslich in der Bienenbrut. Deshalb bekämpft man die Varroa-Virus-Infektion in der Imkerei häufig, indem die Königin in einen Käfig gesperrt wird. Dadurch entsteht eine Brutpause, in der sich die Milben nicht vermehren können. In dieser brutfreien Zeit kann Oxalsäure eingesetzt werden, die nicht in die Brut hineinwirkt. Manche Imkernde halten das Einsperren der Königin jedoch für wenig sinnvoll und befürchten, dass man damit dem Bienenvolk mehr schadet als nützt.

Brutrhythmus und Nahrungsangebot

Die Bienen benötigen Blütenpollen, um ihre Brut aufzuziehen. Die Blütenbildung vieler Pflanzen folgt, wie viele andere natürliche Vorgänge, einem biologischen Rhythmus, der von der Tageslänge abhängt. Pflanzen am Äquator sind meist Kurztag- oder tagneutrale Pflanzen. In nördlichen Regionen blühen meist Langtagpflanzen, deren Blühzeit mit längeren Tagen beginnt. Pflanzen erkennen auch Dürreperioden über die Tageslänge. Honigbienen haben sich an die Blühzeiten in den verschiedenen Regionen angepasst. Zum Beispiel erreicht die in Nordafrika heimische Apis mellifera scutellata ihr Brutmaximum im Frühjahr und Herbst, wenn dort am meisten Pollen verfügbar sind. In Mitteleuropa entspricht der zeitliche Verlauf der Brutaufzucht der Honigbienen einer Glockenkurve, mit dem Höhepunkt zur Sonnenwende (vgl. Grafik). Deshalb sind beispielsweise alle Versuche gescheitert, die A. m. carnica dauerhaft in Nordafrika anzusiedeln, da dort im Sommer Dürre herrscht, wenn das Carnica-Volk am grössten wäre, aber kaum Nahrung verfügbar ist. In Mitteleuropa wird hingegen nur im Winter wenig Brut aufgezogen.

Brutlose Zeit im

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