Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) stellt die Schweizer Imkerei vor grosse Herausforderungen. Um die Bestände unserer Honigbienen zu schützen, ist eine schnelle Lokalisierung der Nester entscheidend. Ein innovatives Projekt setzt hierbei auf technologische Unterstützung: den «Digitalen Locktopf».
Seit ihrem ersten Auftreten in der Schweiz hat sich die Asiatische Hornisse stetig ausgebreitet. Für den Imker und die Imkerin bedeutet dies nicht nur Sorge um die Völker, sondern auch einen massiven Mehraufwand bei der Überwachung der Bienenstände. Die herkömmliche Methode – das Beobachten von Locktöpfen und das anschliessende «Tracking» zum Nest – ist zeitintensiv und personell kaum flächendeckend leistbar. Die moderne Technik kann uns hier aber entscheidend unterstützen.
Was ist der «Digitale Locktopf»?
Das Projekt versteht sich als technologische Ergänzung zur bewährten imkerlichen Praxis bei der Nestsuche der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Es handelt sich um ein intelligentes Monitoring-System, das die Anwesenheit der Hornissen selbstständig identifiziert und dem Imker in Echtzeit aufzeigt, wann sich Hornissen auf dem Locktopf befinden. Dies verringert unnötiges Warten. Die Vorteile haben sich 2025 beim Nestsuchen in Neuenhof AG gezeigt.

Die Kernkomponenten des Systems:
- Optische Erkennung: Mittels einer Kamera und eines spezialisierten KI-Algorithmus wird zwischen heimischen Hornissen und der Asiatischen Hornisse unterschieden.
- Vernetzung: Das System kann über das Internet (IoT) oder, falls vorhanden, mit einem WLAN verbunden werden. Sobald eine Hornisse am Locktopf detektiert wird, erfolgt eine sofortige Benachrichtigung auf eine oder mehrere eingegebene E-Mail-Adressen.
- Durch den Betrieb mit Solarenergie ist die Anlage zudem äusserst flexibel und kann schnell in belastete Gebiete gebracht werden. Da sie völlig unabhängig vom Stromnetz funktioniert, ist sie nach dem Einschalten sofort einsatzbereit. Ein entscheidender Vorteil ist dabei die einfache Handhabung: Das Umprogrammieren bei einer Verschiebung an einen neuen Standort ist sehr einfach und unkompliziert.
Ein Projekt zum Mitmachen: Nachbau und Gemeinschaft
Das Schöne an diesem Projekt ist der gemeinschaftliche Gedanke. Die Anlage ist relativ einfach nachzubauen. Der Bau der Anlage ist besonders effektiv, wenn er in einer Gruppe durchgeführt wird, in der viele Beteiligte ihre individuellen Fähigkeiten in den Bereichen Technik, Handwerk etc. einbringen können.
- Anleitung: Die Software sowie eine detaillierte Bauanleitung finden Sie unter www.velutina-detektion.ch.
- Kosten: Die Materialkosten für eine Anlage belaufen sich auf ca. Fr. 400.– je nach Ausbaustandard (Stand Dez. 2025)


Effizienz durch Technik
Der grosse Vorteil gegenüber klassischen Locktöpfen liegt in der automatisierten Überwachung. Anstatt Stunden vor den Locktöpfen zu verbringen, können Imkerinnen und Imker gezielt dort eingreifen, wo tatsächlich Aktivität gemeldet wird. Dies erhöht die Chance, Nester frühzeitig zu finden und zu neutralisieren.
Fazit
Die Digitalisierung am Bienenstand zeigt hier eindrücklich, wie Technik und ehrenamtlicher Geist den Schutz unserer heimischen Biodiversität unterstützen können. Nur gemeinsam und mit dem Einsatz moderner Hilfsmittel wird es uns gelingen, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse wirksam zu verlangsamen und Nester zu reduzieren.
Ein Wort des Dankes
Ein solches Projekt lebt vom Engagement vieler Köpfe. Ein herzlicher Dank gilt allen, die sich für dieses Projekt eingesetzt haben und den Grundgedanken mittragen: der Allgemeinheit eine günstige Anlage zur Verfügung zu stellen, bei der für jeden Einzelnen lediglich die Materialkosten anfallen.