Ethik in der Imkerei: Ein möglicher Ansatz (Teil  2)

03/23 | Wissenschaft und Praxis
David Heaf, Wales (www.beefriendly.co.uk)

Dies ist der zweite und letzte Teil der Artikelserie über Ethik in der Imkerei. Beide Artikel basieren auf einem Kapitel meines Buches «The Bee-friendly Beekeeper».

In diesem Artikel beleuchte ich vier mögliche Grundhaltungen der Imkerinnen und Imker, von einer anthropozentrischen zu einer api-zentrischen Perspektive. Diese Grundhaltungen werden als Beherrscher, Verwalter, Partner und Teilnehmer bezeichnet. Im ersten Teil des Artikels habe ich den Beherrscher und den Verwalter besprochen. Hier gehe ich nun auf die Haltung des Partners und des Teilnehmers ein. Am Schluss stelle ich die ethische Matrix von Ben Mepham vor, die eine strukturierte Darstellung von Faktoren bietet, die in der Agrar- und Umweltethik zu berücksichtigen sind.

Der Partner

Der Partner sieht Tiere als potenzielle Verbündete und geht davon aus, dass sie in der Interaktion mit dem Menschen ein eigenes Mitspracherecht haben. Er versteht die Natur als ein Zusammenspiel von Lebensformen, in dem jede ihre eigene Ausdruckskraft und ihren eigenen Wert hat. Dies widerspricht nicht einer wissenschaftlichen Herangehensweise, erfordert aber einen respektvollen Umgang mit der Natur. Der Mensch unterscheidet sich von anderen Lebensformen dadurch, dass er nicht nur biologisch in die Natur eingebettet ist, sondern auch die Freiheit hat, eine bewusste Beziehung zur Natur zu haben, eine ethische Einstellung zu ihr. Diese Partnerschaft ist Jedoch asymmetrisch, da sie aus der Interaktion zwischen Lebensformen mit unterschiedlicher organischer Komplexität besteht. Die Anforderungen des Partners werden durch eine ökologische oder biologische Tierhaltung erfüllt, aber auch durch eine nachhaltige, die nicht unbedingt bio-zertifiziert sein muss. Hier kann auch eine technologische Nutzung stattfinden, solange das Tier nicht unnatürlich zu etwas gezwungen wird, das heisst, seine artspezifischen Funktionen nicht verhindert werden. Dies kann sogar von gegenseitigem Nutzen sein. Die biologische Vielfalt, einschliesslich der Vielfalt der Nutztiere, wird respektiert.

Partnerschaftliche Imker/-innen

Im Vergleich zu den beherrschenden und verwaltenden Imker/-innen sind partnerschaftliche Imker/-innen bereit, kleinere

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