Der Imkerhandel reagiert auf die Ausbreitung der Asiatischen Hornissen und bietet verschiedene Fallen an, um Königinnen im Frühjahr zu fangen oder die Bienenvölker im Spätsommer zu schützen. Die Idee ist naheliegend – doch sie hält einem wissenschaftlichen Faktencheck nur bedingt stand.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich weiter aus und jagt auch in dieser Saison wieder an Bienenständen. Wer proaktiv seine Völker schützen möchte, stösst im Handel schnell auf vermeintliche Lösungen: Fallen in verschiedensten Formen, Farben und mit grossen Versprechen.
Die Krux dabei: Die Fallen sind nicht selektiv. Das zeigen mehrere Feldstudien. Viele Modelle fangen nicht nur Asiatische Hornissen, sondern auch zahlreiche andere Insekten. So testete etwa das Team um Sandra V. Rojas-Nossa bereits 2016 in Spanien drei verschiedene Fallentypen. Das Ergebnis: Nur 0,9 % der gefangenen Insekten waren tatsächlich Vespa velutina. Besonders besorgniserregend war aus Sicht der Forschenden, dass auch Insekten getötet wurden, die normalerweise nicht zur Beute der Asiatischen Hornisse gehören – etwa Europäische Hornissen, Schmetterlinge oder Käfer.1

Auch neue Fallen sind nicht selektiv
Mittlerweile sind neuere Fallentypen auf dem Markt, die in Bezug auf ihre Selektivität gewisse Fortschritte zeigen. Doch selbst die Beevital-Falle, die aktuell als besonders selektiv gilt, fängt weiterhin auch andere Insekten mit. Bei einem Vortrag am 14. Weimarer Bienensymposium stellte eine Mitarbeiterin der Beevital GmbH das Modell vor und bezeichnete es als «hochselektiv». Dabei bezog sie sich auf eine Studie des französischen Instituts ITSAP, in der zwischen