Ein Blick auf die Winterverluste 2025/2026 zeigt ein erfreuliches Bild. Mit 13,2 % liegt die Verlustrate deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 15,9 % – so tief wie zuletzt im Winter 2019/2020. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick: Wie setzen sich die Verluste zusammen und welche Faktoren begünstigen eine optimale Überwinterung?
Wer Bienen hält, weiss, dass es keine Garantie für eine sichere Überwinterung gibt: Sie hängt einerseits von Entscheidungen ab, die wir während der Saison treffen, aber auch von Umweltfaktoren, die wir nicht beeinflussen können. So unterliegt die Verlustrate jährlichen Schwankungen: Im Winter 2015/2016 ist beispielsweise nur jedes zehnte Volk gestorben, während im Winter 2021/2022 jedes fünfte Volk nicht überlebte. Wie sieht es nach dem vergangenen Winter aus? Die Umfrage von apisuisse und dem Zentrum für Bienenforschung, Agroscope, liefert Antworten in Bezug auf die Verluste vor dem Einwintern, der Zusammensetzung der Winterverluste und den möglichen Risikofaktoren.

Vorverluste
Auch vor dem Einwintern kann es bereits zu ersten Verlusten kommen. Die Umfrageresultate zeigen, dass zwischen dem Abräumen der Völker im Sommer und dem Einwintern am 1. Oktober 7,4 % der Völker gestorben sind, aufgelöst oder vereint wurden. Im Jahr davor lagen die Vorverluste bei über 9 %.
Echte Verluste
Von den eingewinterten Völkern haben 13,2 % den Winter nicht überlebt: Wie im Vorjahr starben 0,4 % durch Elementarschäden. Am häufigsten gingen Völker wegen Problemen mit der Königin ein – das betraf 7 %. Verluste durch Kahlflug oder tote Bienen sanken im Vergleich zum Vorjahr: Sie liegen bei 5,8 %. Im Jahr zuvor waren es über 10 %.

Serbelverluste
Völker, die den Winter zwar überleben, aber zu schwach sind, um sich zu einem starken Wirtschaftsvolk zu entwickeln, nennt man «Serbelverluste». Etwa 12 % der eingewinterten Völker sind davon betroffen – genauso viele wie im Winter 2024/2025.
Regionale Unterschiede
Die regionalen Unterschiede sind in der Grafik auf der folgenden Seite