Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Imkerinnen und Imker haben auf dem Bienenstand viele schöne Momente erlebt, wurden aber auch mit Herausforderungen konfrontiert. Diese anzugehen und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen, ist entscheidend.
Verschiedene Ursachen führen zu Herausforderungen. Die Entwicklung der Völker während der Bienensaison wird durch die folgenden drei wesentlichen Faktoren beeinflusst:
- die äusseren Umstände
- das Bienenvolk selbst
- die Imkerpraxis jeder einzelnen Person
Die äusseren Umstände
Das Wetter, die Klimaveränderung und die Futterversorgung sind Faktoren, die nicht oder nur zum Teil beeinflusst werden können.
In diesem Jahr hat die Schweiz den viertwärmsten Frühling seit Messbeginn verzeichnet.1 Die Schweizer Durchschnittstemperaturen lagen im Juni beispielsweise 3,8 °C über den Mittelwerten der Jahre 1991 bis 2010.2 Hitzewellen und Trockenheit treten immer häufiger auf und selbst der Wald verändert sich rasch. Fichten beispielsweise verschwinden und werden durch Laubbäume wie Ahorn und Eiche ersetzt, die höhere Temperaturen besser ertragen. Die raschen Veränderungen haben einen direkten Einfluss auf unsere Bienen, welche sich vermehrt anpassen müssen. Doch auch Imkerinnen und Imker werden sich neuen Herausforderungen stellen müssen. Weitere Informationen zum Thema Klimawandel finden sich im Artikel «Klimaveränderung und Einflüsse auf die Imkerei» (SBZ 09/2004).
Das Bienenvolk selbst
Bienenvölker können sich sehr unterschiedlich entwickeln. Das Erbgut beispielsweise beeinflusst ihr Verhalten und die Leistungsfähigkeit. Nicht zuletzt ist aber auch ihre Gesundheit entscheidend. Die Völkerbeurteilung geht darum alle Imkerinnen und Imker an.
Zur Selektion gehört eine rigorose Aus-lese. Sie erlaubt es, ausschliesslich starke und gesunde Völker zu halten und so das Krankheitsrisiko zu verringern (Merkblatt «4. 7. Völkerbeurteilung und -auslese»). Aus der Beurteilung von Wirtschafts- und Jungvölkern ergeben sich die notwendigen Massnahmen. Diese lassen sich im Voraus planen.
Zur Selektion gehört auch das Aussortieren von schwachen Völkern im Frühjahr, Sommer (nach der Honigernte) und Herbst. Kleine, dynamische Völker, mit weniger als fünf mit Bienen gut besetzten Waben, werden nicht allein eingewintert: Sie werden zuvor mit