Die Ausstellung « Wildlife Photographer of the Year » im Naturhistorischen Museum Basel präsentiert die crème de la crème der Naturfotografie, ausgewählt aus einem riesigen Topf von über 60 000 eingereichten Bildern beim renommierten Wettbewerb des Natural History Museum in London. Die 100 faszinierendsten Fotografien sind noch bis Ende Juni 2026 in Basel zu bestaunen.
Unter majestätischen Raubtieren, schillernden Vögeln und gigantischen Walen stiehlt dieses Jahr ein Insekt die Show: eine kleine Töpferwespe. Ihr Bild ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein Fenster in eine komplexe Miniaturwelt. Es beweist, dass die grösste Schönheit oft in kleinsten Kreaturen steckt.
Die Bilder fangen einmalige Augenblicke ein: beeindruckende Verhaltensweisen von Tieren, verborgene Pflanzenwelten und atemberaubende Landschaften. Sie mahnen uns aber auch an die wachsende Bedrohung von Lebensräumen. Zugleich führen sie uns die zerbrechliche Schönheit der Natur vor Augen, die uns daran erinnert, was uns zu verlieren droht, und ruft zum Schutz auf. Sie berühren uns, rütteln auf und inspirieren uns zu einem neuen Blick auf unsere Welt.
Töpferwespe: das spannende Schauspiel einer Jägerin

Eines der eindrücklichsten Bilder der Ausstellung ist dasjenige von Bidyut Kalita aus Assam. Im Zentrum des Geschehens steht die indische Töpferwespe (Delta conoideum), die eine grosse Raupe, den späteren Proviant für ihren Nachwuchs, in ihr kunstvoll gefertigtes Lehmnest schleppt.
Wie die Honigbiene zählt diese solitär lebende Töpferwespe zu den Hautflüglern (Hymenoptera), innerhalb diesen zu den Taillenwespen (Apocrita) und Stechimmen (Aculeata). Bei den Stechimmen wird sie den solitären Faltenwespen (Eumeninae) zugeordnet. Das ist die artenreichste Unterfamilie innerhalb der Familie der Faltenwespen (Vespidae) mit über 3000 Arten. Diese Wespen sind unverzichtbare Helfer im Pflanzenschutz, da sie für ihre Brut vielen landwirtschaftlichen Schädlingen nachstellen. Die Adulten nehmen Nektar