Interessierte Fragen eines Aussenstehenden

06/26 | Wissenschaft und Praxis
Christian Schmutz, Freiburg


Wir können sprachlich, aber auch weltanschaulich viel von den Bienen lernen. Das ist toll! Aber dabei kommen allerlei unerwartete Fragen auf.

Vom Homeoffice im Bienenstock bis zum Schwänzeltanz als Meetingersatz: Die Welt der Bienen wirft für Aussenstehende wie Christian Schmutz unerwartete Fragen auf.

  • Warum nennen wir einen Firmensitz geschäftig wie ein Bienenstock, wenn der Bienenstock doch das Homeoffice der Bienen ist?
  • Imkerinnen und Imker sprechen von Tracht für eine fixe Nektarquelle. Bekommt Raps, der sich in Lindennektar einzumischen trachtet, eine Tracht Prügel ? Oder lässt man den entstandenen Honig so lange liegen, bis daraus eine regionale Sonntagstracht wächst?
  • Wenn Kaderleute Boni abkassieren, sagt man bei uns, si tüe hùnge, uus- oder abhungge. Spricht man also für Chefs mit Adelstitel im gleichen Fall von: si tüe royal geliere?
  • Wir Menschen halten endlose Meetings – Bienen brauchen nur einen kurzen Schwänzeltanz, um zu kommunizieren. Wäre es in Ihrem Sinn, wenn Ihr Chef die nächste Quartalsstrategie schwänzelnd vortanzen würde?
  • Eine Imkerei ist Landwirtschaft ohne eigenes Land. Das ist praktisch, sorgt aber auch für Abhängigkeit. Was ist nun schlimmer: wählerische Imker, wähl­erische Bauern oder wählerische Bienen?
  • Bienlein fliegen von Blüte zu Blüte – diese sind das Marketing der Blumen, um ebenjenen Bienen zu gefallen. Gibt es für Blütensex einfach Merci-Nektar statt einem Hunderternötli?
  • Imker wissen: Drohnen sind männliche Bienen, biologisch einfach fliegendes Sperma. Im Herbst werden neuge­-schlüp­fte Drohnen von den Arbeiterinnen hochkant rausgeworfen. Inspiriert das nun die Menschheit?
  • Eine Biene fliegt in ihrem Leben bis zu 800 Kilometer weit. Dabei sammelt sie Nektar für einen ganzen Kaffeelöffel voll Honig. Gedenken wir beim nächsten Löffeli der Leistung?
  • Der heimgebrachte Nektar wird von den Sammlerinnen heraufgewürgt und den Arbeiterbienen übergeben. Ist Übergeben also wegen der Bienen so doppeldeutig?
  • Bienen arbeiten immer,

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