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Wissenschaft und Praxis
Wir können sprachlich, aber auch weltanschaulich viel von den Bienen lernen. Das ist toll! Aber dabei kommen allerlei unerwartete Fragen auf.

- Warum nennen wir einen Firmensitz geschäftig wie ein Bienenstock, wenn der Bienenstock doch das Homeoffice der Bienen ist?
- Imkerinnen und Imker sprechen von Tracht für eine fixe Nektarquelle. Bekommt Raps, der sich in Lindennektar einzumischen trachtet, eine Tracht Prügel ? Oder lässt man den entstandenen Honig so lange liegen, bis daraus eine regionale Sonntagstracht wächst?
- Wenn Kaderleute Boni abkassieren, sagt man bei uns, si tüe hùnge, uus- oder abhungge. Spricht man also für Chefs mit Adelstitel im gleichen Fall von: si tüe royal geliere?
- Wir Menschen halten endlose Meetings – Bienen brauchen nur einen kurzen Schwänzeltanz, um zu kommunizieren. Wäre es in Ihrem Sinn, wenn Ihr Chef die nächste Quartalsstrategie schwänzelnd vortanzen würde?
- Eine Imkerei ist Landwirtschaft ohne eigenes Land. Das ist praktisch, sorgt aber auch für Abhängigkeit. Was ist nun schlimmer: wählerische Imker, wählerische Bauern oder wählerische Bienen?
- Bienlein fliegen von Blüte zu Blüte – diese sind das Marketing der Blumen, um ebenjenen Bienen zu gefallen. Gibt es für Blütensex einfach Merci-Nektar statt einem Hunderternötli?
- Imker wissen: Drohnen sind männliche Bienen, biologisch einfach fliegendes Sperma. Im Herbst werden neuge-schlüpfte Drohnen von den Arbeiterinnen hochkant rausgeworfen. Inspiriert das nun die Menschheit?
- Eine Biene fliegt in ihrem Leben bis zu 800 Kilometer weit. Dabei sammelt sie Nektar für einen ganzen Kaffeelöffel voll Honig. Gedenken wir beim nächsten Löffeli der Leistung?
- Der heimgebrachte Nektar wird von den Sammlerinnen heraufgewürgt und den Arbeiterbienen übergeben. Ist Übergeben also wegen der Bienen so doppeldeutig?
- Bienen arbeiten immer,