Rückstände durch ätherische Öle und andere Hilfsmittel

08/23 | Wissenschaft und Praxis
Markus Michel, Präsident Honigkommission Apisuisse, (markus.michel@bienenschweiz.ch)

Ätherische Öle und andere Hilfsmittel unterstützen uns in vielen Lebensbereichen. Sie sind sympathisch und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Diese Substanzen reichern sich jedoch im Wachs an. Deshalb ist in der Imkerei Vorsicht geboten.

Die Zunahme von Anfragen veranlasste die Honigkommission erneut der Frage nachzugehen, inwieweit fettlösliche Substanzen, wie ätherische Öle, als Rückstände im Wachs verbleiben. Schon seit Jahren wird untersucht, welche negative Wirkung fettlösliche Rückstände auf Futtersaft und somit auf Larven und Bienen haben können. Die Honigernte kann ebenfalls betroffen sein.

Behandlungsmittel

In der Schweiz waren viele Behandlungsmittel zugelassen, die noch über Jahrzehnte hinaus den Wachskreislauf verunreinigen und nachweisbar sind. Viele fettlösliche Substanzen werden durch Einschmelzen und Reinigung im Wachs nicht abgebaut, sondern nur durch Zugabe von unbelastetem Neuwachs verdünnt.1 Während Coumaphos oder Flumethrin äusserst schädlich auf die Brut und die Bienen wirken,2,3 ist Thymol als natürlich vorkommende Substanz deutlich weniger problematisch und kann sich aus den Mittelwänden verflüchtigen. Organische Säuren wie Ameisensäure oder Oxalsäure sind wasserlösliche Substanzen und können sich im Wachs4 nicht anreichern. Sie stellen kein Problem für den Honig dar, wenn sie richtig eingesetzt werden.5

Ätherische Öle

Wie das Wachsmonitoring des Zentrums für Bienenforschung (ZBF, Agroscope) anhand der Behandlungsmittel deutlich aufzeigte, verbleiben fettlösliche Substanzen über Jahrzehnte im Wachskreislauf. Diese Gefahr besteht auch bei fettlöslichen Produkten aus «Smoker»-Alternativen, die mit Dampf funktionieren und bei denen die Zusammensetzung der ätherischen Öle unbekannt ist. Dadurch können sie über die Zellwand in Futtersaft und Honig gelangen. In der Liste der empfohlenen Imkereipräparate sind Alkohol, ätherische Öle und Abwehrsprays deshalb als «nicht empfohlen» eingestuft (Tabelle hier). Das Goldsiegel geht einen Schritt weiter und verbietet deren Verwendung gänzlich.

Eine Ausnahme bildet Thymol. Dies ist eine Einzelsubstanz, welche bezüglich Wirkung auf Bienen und Rückstände im Wachs und Honig gut untersucht ist. Falls Thymol-haltige Produkte richtig eingesetzt werden, stellen solche Rückstandsmengen kein Problem

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