Selektion gesunder Bienenvölker

09/23 | Wissenschaft und Praxis
Stefan Jans, Regionalberater Zentralschweiz, Bienengesundheitsdienst (BGD), (stefan.jans@apiservice.ch)

Imkerinnen und Imker verfügen meist über ein breites Wissen zur Beurteilung und Auslese gesunder Bienenvölker. Dieses konsequent umzusetzen und mit den eigenen Erfahrungen zu kombinieren, fällt jedoch nicht immer leicht.

Welche zwei Völker würden Sie dem Kollegen auf Ihrem Bienenstand nicht zeigen? Kleine gesunde Völker, die sich seit Wochen nicht weiterentwickeln oder solche mit lückenhaften Brutbildern? Es ist normal, dass nicht alle Völker gleich gut gedeihen. Im Durchschnitt hat jede/r von uns je ein Drittel starke, mittlere und kleinere Völker. Entscheidend dabei ist, wie wir mit dem letzten Drittel umgehen.

Vom Wissen zum Handeln

Viele Studien und Sprichwörter beschreiben die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln. Trotz sicheren Kenntnissen über gesundheitsschädigendes Verhalten passen wir unser Tun nicht an und handeln diesen beispielsweise häufig zuwider. Ähnliches passiert oft in der Imkerei. Die Beurteilung und Selektion ist ein wichtiger Grundstein für eine erfolgreiche Bienenhaltung und gesunde Bienen. Kenntnisse allein reichen nicht aus, besonders das zeitnahe und geplante Handeln in der entsprechenden Situation ist entscheidend.

Damit man sich nicht nur auf sein Gefühl verlassen muss, sind schriftliche Notizen zu den eigenen Völkern hilfreich. Ob Bauch, Herz oder Kopf entscheidet, ein Volk frühzeitig aufzulösen, wichtig ist dabei immer, ehrlich zu sich selbst zu sein. Ein Volk «schönzureden», hilft den Bienen schliesslich nicht.

Kopf- oder Herzentscheid?
Kopf- oder Herzentscheid?

Hoffnung und Verlust

Grundsätzlich wissen wir, wenn mit einem Volk etwas nicht stimmt. Es entwickelt sich nicht der Jahreszeit entsprechend, hat ein schlechtes Hygieneverhalten oder ein lückenhaftes Brutnest. Es ist vielleicht stechfreudig, lässt sich schlecht bearbeiten, sammelt kaum Honig oder hat keine Königin. Unter Umständen haben wir aber auch das Gefühl, dem Volk nochmals eine Chance geben zu wollen. Das Ganze ist eine Gratwanderung. Wird nicht entsprechend gehandelt, kann es passieren, dass das Volk buckelbrütig oder noch kleiner wird, sich sein Gesundheitszustand verschlechtert

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