Wie funktioniert der Pin-Test?

05/26 | Wissenschaft und Praxis
Niels Michel, Präsident Schweizerische Carnicaimker-Vereinigung SCIV (niels.michel@bienen-michel.ch)


Der Pin-Test ist ein einfaches Prüfverfahren, um das Hygieneverhalten eines Bienenvolkes zu beurteilen. Im Rahmen der einjährigen Leistungsprüfung von Zuchtvölkern wird der Pin-Test mindestens zwei Mal pro Prüfvolk durchgeführt. Ein sehr gutes Abschneiden kann auf varroasensitive Hygiene (VSH) hindeuten.

Fotos und Grafik: Niels Michel

Bienen können Brutzellen, die von der Varroamilbe befallen sind, erkennen und räumen diese teilweise aus. Hat das Varroaweibchen bereits mit der Eiablage begonnen, wird so der Reproduktionszyklus der Muttermilbe unterbrochen. Da die Entwicklungsstadien von Varroamilben ausserhalb der Brutzelle nicht lebensfähig sind, sterben sie ab. Hat das Varroaweibchen noch nicht mit der Reproduktion begonnen, verliert es Zeit bei der Suche nach einer neuen, geeigneten Brutzelle. Das Erkennen und Ausräumen von mit Varroamilben befallenen Brutzellen ist daher ein bedeutsames Zuchtmerkmal, das eine direkte Wirkung auf die Varroa-Befallsentwicklung in einem Bienenvolk hat. Der Pin- oder auch Nadeltest ist eine einfache Methode, dieses Merkmal zu prüfen. Dabei wird bewertet, wie stark die Bienen eines Volkes auf geschädigte Brut eines bestimmten Alters reagieren. Da die Ausräumrate stark von Umweltfaktoren – z. B. dem Trachtangebot – beeinflusst wird, reicht es nicht aus, den Nadeltest nur einmal durchzuführen. Er sollte mindestens zwei-, noch besser dreimal in den Monaten Mai bis Juli durchgeführt werden, um belastbare Ergebnisse zu erhalten.

Pin-Test bei Prüfvölkern standardmässig durchgeführt

In der Bienenzucht schreibt das Prüfreglement vor, dass der Pin-Test während der Leistungsprüfung mindestens zweimal pro Prüfvolk durchzuführen ist. Dabei werden 50 Brutzellen fünf bis sechs Tage nach ihrer Verdeckelung mit einer Insektennadel der Grösse 2 angestochen. Vier bis sechs Stunden nach dem Anstechen dieser Zellen wird kontrolliert, wie viele der Zellen von den Bienen erkannt und ausgeräumt wurden. Dabei zählt der Durchschnitt des erhobenen Ausräumverhaltens, welcher in Prozent der angestochenen Zellen angegeben wird.

Der Pin-Test findet in der Zucht von Völkern mit varroasensitivem Hygieneverhalten Anwendung.
Der Pin-Test findet in

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