2025 war für viele Imker/-innen ein gutes Honigjahr. Nach einem frühen Vegetationsstart und wechselhaftem Sommerwetter fiel die Ernte deutlich besser aus als im Vorjahr.
Der Frühling 2025 begann ungewöhnlich früh: milde Temperaturen, viel Sonne und eine Vegetation, die rund eine Woche voraus war. Die Obstblüte setzte vielerorts bereits Ende März ein – rund neun bis zehn Tage früher als im langjährigen Mittel, wie Meteo Schweiz berichtet. Der Mai war verbreitet trocken, der Juni brachte Hitze und Rekordsonne. Im Juli fiel dann zeitweise doppelt so viel Regen als üblich, bevor der August nochmals heiss und trocken wurde.
Überdurchschnittliche Honigernte
Wie sich diese Wetterlagen auf die Honigproduktion auswirkten, zeigt die Honigumfrage von apisuisse. Daran beteiligten sich 817 Imkerinnen und Imker mit insgesamt 1208 Bienenständen und 9810 Bienenvölkern. Im Durchschnitt wurden 7,3 kg Frühlingshonig und 16,3 kg Sommerhonig pro Volk gemeldet. Damit liegt die Gesamternte von 23,6 kg pro Volk klar über dem langjährigen Mittel von rund 20 kg – und deutlich über dem Vorjahreswert von 5,1 kg im Frühling und 11 kg im Sommer.

Höhenlage
In höheren Lagen fiel die Honigernte im Frühling leicht tiefer aus. Pro 100 Meter Höhenunterschied nahmen die Erträge im Schnitt um rund 0,6 kg ab. In höheren Bergregionen startete die Vegetation später, wodurch oft auch gar kein Frühlinghonig geerntet wurde. Im Sommer hingegen glichen sich die Unterschiede aus – die Honigmenge blieb über alle Höhenlagen hinweg nahezu gleich. Insgesamt war der Einfluss der Höhe gering, verglichen mit den regionalen Tracht- und Wetterbedingungen.
Regionale Unterschiede
Die Umfrage zeigt deutliche regionale Unterschiede. Im Frühling reichten die Durchschnittserträge von unter 3 kg pro Volk in einzelnen alpinen Regionen bis zu über 10 kg in Kantonen wie Aargau, Zürich, Jura, Neuenburg oder Thurgau.
Im Sommer verzeichneten vor allem Bern, Graubünden, Luzern, Jura und das Tessin Spitzenwerte von über 20 kg pro Volk. Allerdings sind die Resultate nicht in allen Kantonen repräsentativ – in mehreren Regionen beruhen sie auf nur wenigen Teilnehmenden und geben damit eher eine Tendenz als ein statistisch gesichertes Bild wieder.


Viel und späte Waldtracht
Aus einzelnen Gebieten wurden zudem aussergewöhnlich hohe Waldhonigernten gemeldet – etwa von einem Bienenstand im Oberaargau, wo rund 120 kg Honig pro Volk geschleudert wurden. Die Angabe konnte auf Nachfrage bestätigt werden. Selbst nach dem Abräumen im August wurden noch grosse Mengen Honig eingetragen. Wichtig: Honig, der nach der Behandlung geerntet wurde, darf nur als Backhonig verkauft werden.
Honigpreise
Zwischen 2024 und 2025 blieben die durchschnittlichen Honigpreise stabil. Die mittleren Verkaufspreise lagen bei 17,2 CHF/500g für Bio-Honig, 15,2 CHF/500g für Goldsiegel-Honig und 14,6 CHF/500g für Honig ohne Label.
Danke
Den teilnehmenden Imkerinnen und Imkern möchten wir hiermit herzlich für ihre wertvollen Angaben danken. Ein grosses Dankeschön gilt auch Joëlle Quadri für das Erstellen und Versenden der Umfrage.